Wirtschaft : „Wertvoll wie das Gold der Kirche“

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WIEDERERKENNBAR

Experten halten das „Sparkassen-S“ für eines der wertvollsten Firmenlogos: „Zwei Marken sind im Alltag der Deutschen besonders verankert: das rote A der Arbeitsagenturen und das rote S der Sparkassen“, sagt Bernd Michael, strategischer Berater der Werbeagentur Grey. „Beide haben eine außerordentlich hohe Wiedererkennbarkeit und Präsenz – nicht nur grafisch.“ Den geschätzten Markenwert von einer Milliarde Euro hält Michael für „zu gering angesetzt“. Sparkassen gebe es an jeder Ecke – wie Post, Apotheke oder Bushaltestelle. „Diese Erreichbarkeit ist wertvoll wie das Gold der Kirche.“ Und die Sparkassen seien glaubwürdig, zumindest verstünden sie es, so zu wirken. „Sie sind Weltmeister der Volksnähe – auch wenn das Geschäftsgebahren hinter den Kulissen irritiert.“ Die Sorge des Sparkassenlagers, der Verkauf einer einzelnen Sparkasse gefährde die ganze Gruppe, teilt der Markenexperte. „Da ist was dran.“

INTEGRIEREND

Auch Christian Thiemann vom Freiherr-vom-Stein-Institut der Universität Münster hält einen Verkauf für problematisch: „Würde ein Institut wie die Berliner Sparkasse von einem privaten Institut aus dem Verbund herausgekauft, würde das die Identität der Marke aushöhlen.“ Die Binnenwirkung der Marke hält Thiemann für ebenso wichtig wie die Außendarstellung: „Die gemeinsame Verbundmarke hat integrierende Wirkung, weil die Gruppe damit einheitlich auftreten kann.“ Nicht zuletzt habe das „Sparkassen-S“ finanzielle Vorteile: Die starke Marke spiele nachweislich eine positive Rolle bei der Bewertung der Bonität durch die Ratingagenturen. mot

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