Wirtschaft : WestLB: Zwischen Staat und Kommerz

Mit der Westdeutschen Landesbank (WestLB) soll die größte öffentlich-rechtliche Bank Deutschlands gespalten werden. Gemessen an ihrer Bilanzsumme von 393,7 Milliarden Euro (770 Milliarden Mark) im Jahr 1999 und rund 11 000 Beschäftigten ist sie die Nummer vier unter Deutschlands Kreditinstituten. Seit Jahren gibt es Streit über ihre Stellung. Auf der einen Seite ist die WestLB mit staatlichen Haftungsgarantien gegen Geschäftsrisiken gut abgesichert. Auf der anderen Seite baute sie internationale Aktivitäten unter anderem im Investment-Geschäft auf und steht damit auch in Konkurrenz zu den privaten Banken. Das in Brüssel präsentierte Kompromissmodell der WestLB-Eigentümer sieht vor, die kommerziellen Aktivitäten in eine Tochtergesellschaft auszugliedern. Sie wird voraussichtlich als Aktiengesellschaft ins Leben gerufen. Damit bestünde die Option, diesen Geschäftsteil später einmal an die Börse zu führen. Die WestLB ist die Zentralbank der Sparkassen in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Als Staats- und Kommunalbank in Nordrhein-Westfalen unterstützt sie das Land beim Umsetzen der Wirtschafts- und Wohnungsbaupolitik. Die geplante Tochtergesellschaft wird gemessen am Geschäftsvolumen voraussichtlich deutlich größer als ihre Mutter sein. Die WestLB besitzt außerdem einige Industriebeteiligungen, die einem Teil zugeordnet werden müssen. So ist sie die größte Aktionärin der Preussag AG in Hannover, zu der der Reiseveranstalter TUI gehört. Die WestLB selbst ist in Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen (43,2 Prozent) sowie von zwei Sparkassen- (je 16,7 Prozent) und zwei kommunalen Verbänden (je 11,7 Prozent).

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