Wirtschaft : Wettbewerb bei Telekom und Post läuft noch nicht allein

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Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Matthias Kurth, hat der Deutschen Telekom vorgeworfen, mit einer Verzögerungstaktik den Wettbewerb zu behindern. Mit Sorge betrachte er, dass durch eine Fülle von Gerichtsverfahren Regulierungsentscheidungen "zumindest zeitlich erheblich erschwert und verzögert" werden, sagte Kurth bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2000/01 seiner Behörde in Bonn. Dies sei angesichts der Wachstumsdynamik des Marktes "eine ernsthafte Belastung für den noch jungen Wettbewerb".

Kurths Bilanz: Obwohl der Telekommunikationsmarkt weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum aufweise (2001 plus 15 Prozent), "kann hier weiterhin grundsätzlich nicht von einem sich selbst tragenden Wettbewerb gesprochen werden." Im Bereich der Ferngespräche hätten die Wettbewerber der Telekom ihren Anteil an den Minuten zwar auf etwa 40 Prozent, bei Auslandsgesprächen sogar auf 50 Prozent gesteigert. "Solange und soweit die Wettbewerber aber auf die Infrastruktur des ehemaligen Monopolunternehmens angewiesen sind, ist Wettbewerb nur durch regulatorische Vorgaben zu gewährleisten", sagte Kurth. Zudem sei die Situation im Ortsnetz aus Wettbewerbssicht weiter unbefriedigend. Hier könne das Kabelnetz einen Ausweg bieten: Breitband-Betreiber wie der US-Konzern Liberty hätten ihm bei einem Gespräch am Mittwoch zugesagt, sie wollten per Kabel nicht nur Fernsehen, sondern auch Telefon und Internet anbieten. Dies könne dem Wettbewerb im Ortsnetz "weitere Impulse geben".

Im Post-Bereich sei der Wettbewerb weiterhin "auf Nischen beschränkt", sagte Kurth. Die Deutsche Post AG macht 2001 zwei Drittel der Umsätze des deutschen Postmarktes von 43 Milliarden Mark.

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