Wirtschaft : Wettbewerb im Tourismusgeschäft wird schärfer

FRANKFURT (MAIN) (ro).Der neue Reiseriese C&N Touristic hat im ersten (Rumpf-) Geschäftsjahr trotz der Probleme in den klassischen Reiseländern Ägypten, Türkei und Kenia deutlich zugelegt.Vor Steuern erreichte der größte Touristik-Konzern Europas einen Gewinn von knapp 270 Mill.DM zwischen Januar und Oktober vorigen Jahres.In diesem Zeitraum setzte C&N rund 7,5 Mrd.DM um.Damit erreichte das Ende 1997 von der Lufthansa-Tochter Condor und vom Karstadt-Ableger NUR Touristic gegründete Unternehmen eine Umsatzrendite (Gewinn pro Einheit Umsatz) von immerhin 3,6 Prozent.Die Eigenkapitalrendite (Gewinn pro Einheit Eigenkapital) lag sogar bei gut 30 Prozent."Damit haben wir unsere Wettbewerbsposition gestärkt.Wir werden noch weitere Ertragspotentiale ausschöpfen", sagt Vorstandsmitglied Willi Schoppen.Im laufenden Geschäftsjahr 1998/99 peilt das Unternehmen mit rund 8700 Mitarbeitern ein Ergebnis von rund 300 Mill.DM an.

Damit steht C&N nach Ansicht von Schoppen schon jetzt deutlich besser da als der Hauptkonkurrent TUI.Der habe es 1998 auf eine Umsatzrendite von nur 2,47 Prozent gebracht.Für das laufende Jahr erwartet Schoppen "einen ganz gewaltigen Umbruch in der Reisebranche".Kleinere Veranstalter würden sich mehr und mehr auf die vier großen Unternehmen in der europäischen Touristikbranche zubewegen.Der Wettbewerb werde noch härter.Details nannt Schoppen nicht.Rechnet man die Zehn-Monats-Zahlen von C&N auf das ganze Jahr hoch, so wurden 1997/98 knapp 9,5 Millionen Passagiere und Gäste betreut, der Umsatz lag bei 8,4 Mrd.DM.Im Vergleich zum Vorjahr konnte NUR den Umsatz um 3,5 Prozent und den Gewinn vor Steuern sogar um 30 Prozent steigern.Mit knapp 106 Mill.DM erreichte das Unternehmen einen neuen Rekordüberschuß.Condor legte beim Umsatz um zwei Prozent auf 2,4 Mrd.DM zu, der Gewinn vor Steuern kletterte sogar um 38 Prozent auf 238 Mill.DM.Dies wurde erreicht, obwohl die Zahl der Türkei-Passagiere um acht und der Gäste nach Ägypten sogar um 67 Prozent zurückgingen.Auch Kenia und die USA mit minus 60 und minus 22 Prozent mußten deutliche Einbußen hinnehmen.Dagegen konnten Spanien, Großbritannien, Marokko und Fernziele wie Kuba, Venezuela oder Thailand zum Teil um gut ein Viertel zunehmen.

Bei C&N ist man aus mehreren Gründen für das laufende Jahr optimistisch.In den ersten vier Monaten ist die Zahl der Fluggäste um rund 17 Prozent und der Pauschalreisegäste um 13 Prozent gestiegen.Außerdem verweist Vorstandsmitglied Schoppen darauf, daß schon im vergangenen Jahr die Reiseausgaben der Deutschen stärker gestiegen seien als der private Verbrauch.Und schließlich wird C&N seine Flugzeugflotte bis zum Sommer von derzeit 37 auf 42 Jets aufstocken.Damit steigt die Zahl der Sitzplätze von rund 8400 auf fast 9400.

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