Wettbewerb "Unternehmen für Familie" : Berlins familienfreundlichste Firmen

Workshops, Pflegeservice und flexible Arbeitszeiten: Viele Berliner Unternehmen unterstützen ihr Mitarbeiter dabei, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Drei wurden nun ausgezeichnet.

Angie Pohlers
Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie mit einem guten Familien-Konzept Fachkräfte anziehen können.
Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie mit einem guten Familien-Konzept Fachkräfte anziehen können.Foto: picture-alliance/ dpa

Wenn sich bei Mitarbeitern des Berliner Spielesoftware-Entwicklers Wooga Nachwuchs ankündigt, müssen sich die künftigen Eltern nicht nur auf schlaflose Nächte einstellen, sondern können auch ihre Arbeit der neuen Situation anpassen. Als größtes der drei Gewinnerunternehmen im 3. Landeswettbewerb „Unternehmen für Familie“ bemüht sich Wooga vor allem um Familienfreundlichkeit, damit sich junge, gut ausgebildete Fachkräfte angesprochen fühlen. Von ihnen gibt es besonders viele am Unternehmenssitz in der Backfabrik, einer früheren Großbäckerei auf der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Mitte, die heute Unternehmen in Lofts beherbergt.

13 "Unternehmensbabys" im vergangenen Jahr

Das Bündel an Erleichterungen und Wahlmöglichkeiten für Familien ist breit: Für frisch Zugezogene stehen kindgerechte Firmenwohnungen zur Verfügung, es gibt Hilfe bei der Suche nach Betreuung und einen Babysitter-Service für den Notfall. Für rund die Hälfte der 260-köpfigen Belegschaft ist vor allem die feste Ansprechpartnerin für Familienfragen wichtig. „Unsere Mitarbeiter kommen aus mehr als 40 Nationen - sie brauchen Hilfe beim Übersetzen der Anträge auf Elterngeld und auch mal Unterstützung bei Amtsgängen“, berichtet die Personalleiterin Gitta Blatt. Das Konzept scheint gut anzukommen: Allein im vergangenen Jahr wurden 13 „Unternehmensbabys“ geboren, in diesem Jahr sollen es sogar 17 werden.

Von flexiblen Arbeitsmodellen bis zu Workshops

Neben Wooga wurden ein Sanitätshaus und ein Pflegeservice ausgezeichnet. Ihr Programm reicht von flexiblen Arbeitsmodellen bis zu Balance-Workshops. Am Montag präsentierten sich die Firmen der Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD). Sie betonte, dass die Preisträger zeigten, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf „zu einem selbstverständlichen Merkmal in der Berliner Arbeitswelt“ werde.

Der Wettbewerb solle helfen, die erfolgreichen Konzepte bekannter zu machen und bei anderen Unternehmen ein Umdenken in Gang zu setzen. „Dieses Mal haben sich 34 Unternehmen mit insgesamt über 61 000 Beschäftigten angemeldet“, sagte der Leiter des Berliner Familienbeirats, Alexander Nöhling. Der Preis wird vom Beirat, der Industrie- und Handelskammer, sowie der Handwerkskammer, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Vereinigung der Unternehmensverbände vergeben.

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