Wirtschaft : Wie die Liebe – schön und vergänglich

Blumen sind noch immer das klassische Geschenk zum Valentinstag – weil sie leben. Sagen die Floristen.

Flora Wisdorff

Am Valentinstag geht es um die Verliebtheit – und deswegen sind Blumen das ideale Geschenk. Meint Gregor Lersch. Er muss es wissen – schließlich ist er einer der führenden Floristen in Deutschland. Er dekorierte schon die größten Hotelketten in Tokio, Washington oder Hongkong. Seit 1860 ist seine Familie im grünen Bereich tätig, 18 Bücher über Blumen hat er geschrieben. „Eine Blume lebt und ist deswegen ideal für ein zwischenmenschliches Signal“, sagt der Experte. Das denken sich die meisten Männer und Frauen auch, die am kommenden Freitag einen Valentinsgruß verschenken: das gängigste Geschenk ist noch immer ein Strauß Blumen.

Die beliebtesten Blumen für Valentinszwecke sind Rosen und Tulpen. Allerdings gibt es hier große Unterschiede im Preis- und in der Qualität. Langstielige, stabile, feste Rosen mit einem großen Kopf kommen aus Südamerika. Sie sind am teuersten und kosten beim Fachhändler meist um die drei Euro – jetzt noch. Am Valentinstag selbst werden die Preise jedoch wegen der großen Nachfrage in die Höhe schnellen. Bis zu einen Euro mehr können die Lieblingsblumen der Deutschen dann kosten, prophezeit Manfred Bohner, Inhaber eines Berliner Blumengeschäfts. Wer sicher sein möchte, dass die Rosen sozial- und umweltverträglich hergestellt werden, muss beim Kauf auf das Flower-Label achten. Das garantiert, dass die Rosen weder von Kindern geschnitten noch mit Pestiziden vollgesprüht wurden.

Rosen mit kürzeren Stielen und weniger prächtigen Blüten kommen meist aus Holland und sind einen Euro billiger. Die meisten Tulpen kommen ebenfalls aus Holland, aber auch hier gibt es große Qualitätsunterschiede - sie können im Februar zwischen zwei und vier Euro kosten. Vor allem die Discounter, die stetig expandieren, bieten Billigware: sieben Tulpen für 1,99 Euro gibt es bei Blume 2000, oder einen Strauß mit sieben Rosen für 2,49 Euro. Nicht zu vergessen die fertigen Valentinssträuße, die ab 8,95 Euro verkauft werden.

Die meisten kaufen im Fachhandel

Wo die Blumen herkommen, wird einem bei Blume 2000 nicht gesagt. Fachmann Gregor Lersch ist sich sicher: solche Massenware ist nichts für den Valentinstag. „Diese Blumen haben keine Aussage mehr“, sagt er. Und außerdem wolle man doch schon einen extra ausgesuchten und gebundenen Strauß. Immerhin werden in Deutschland 60 Prozent der Blumen noch bei den Fachhändlern und nicht den Discountern gekauft, sagt die Statistik des Bundesverbands für Groß- und Außenhandel (BGA). Den Deutschen sind ihre Blumen etwas wert: sie gehören weltweit zu den größten Blumenverbrauchern. Laut dem Fachverband deutscher Floristen geben sie pro Kopf rund 41 Euro im Jahr aus.

Allerdings sollte man darauf achten, dass man zum Valentinstag auch richtig schenkt. „Auf keinen Fall sollte man Blumen verschenken, deren Knospen noch geschlossen sind“, sagt Experte Lersch. „Das ist unhöflich - sie müssen erblüht, aber auch nicht verblüht sein.“ Ob man zum Valentinstag noch Herzchen oder sonstige Dekorationen auf einen Strauß steckt, ist Geschmackssache. Für Lersch gilt: je puristischer, desto schöner. Solange der Strauß etwas trage, dass einen eigenen Sinn hat, wie zum Beispiel einen Ring oder Ähnliches, seien Blumen „ein liebenswerter Träger.“ Dinge, die eigentlich in die Dekokiste gehören, seien ein Fauxpas.

Sich beim Strauß auf Rosen oder Tulpen zu beschränken, muss nicht sein. Im Moment kann man auch leuchtend gelbe Gerbera bekommen, die allerdings bis zu zwei Euro pro Stück kosten. Auch Anemonen, Ringelblumen, Hyazinthen oder Ranunkeln gibt es jetzt in den meisten Blumengeschäften.

Wer seinen Valentinsgruß verschicken möchte, hat die Qual der Wahl. Neben dem Klassiker Fleurop kann man auch bei Quelle, Teleflor, Valentins.de oder flowers.de ordern. Bei einem Qualitätstest des Fernsehsenders SWR gewannen die Sträuße der klassischen Dienste wie Fleurop und Teleflor. Sie arbeiten mit den lokalen Fachgeschäften zusammen. Ein weiterer Vorteil der Klassiker: wer die Bestellung bei Fleurop vor 15 Uhr aufgibt, kann sicher sein, dass der Strauß noch am selben Tag ausgeliefert wird, bei Teleflor muss man früher aufstehen: um 11 Uhr muss die Bestellung abgegeben sein. Bei den Wettbewerbern kommen die Sträuße erst am kommenden Tag an.

Wer mit den Blumen eine besonders lange Freude machen möchte, der sollte jetzt Ranunkeln schenken, die halten sich bis zu zehn Tage, Tulpen und Rosen verblühen nach einer Woche. Und wer besonders deutlich machen möchte, dass die Liebe vergänglich ist, kann Veilchen nehmen, rät Lersch: die seien schon nach sechs Stunden welk.

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