Wie es weitergeht : Wen das Unternehmen zur Kasse bitten könnte

Am heutigen Dienstag tritt der Siemens- Aufsichtsrat zusammen. Die Mitglieder des Gremiums wollen entscheiden, ob sie ehemalige Zentralvorstände auf Schadenersatz verklagen. Als Grundlage könnten die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft dienen. Gegen elf ehemalige Zentralvorstände, darunter zwei Vorstandschefs, läuft derzeit ein Ordnungswidrigkeitenverfahren. Der Vorwurf: Verletzung der Aufsichtspflicht. Bei den parallel laufenden strafrechtlichen Ermittlungen wegen Untreue gibt es sogar rund 300 Beschuldigte.

Heinrich von Pierer

Der ehemalige „Mister Siemens“ leitete den Konzern von 1992 bis 2005. Anschließend führte er den Aufsichtsrat, im April 2007 trat er zurück. Der größte Teil der dubiosen Zahlungen fällt in seine Amtszeit. Pierer hat immer bestritten, etwas vom System schwarzer Kassen gewusst zu haben. Er gilt nicht als Beschuldigter, auch im Prozess hat niemand gegen ihn ausgesagt. Allerdings läuft gegen Pierer ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.

Klaus Kleinfeld

Er war von 2005 bis April 2007 Vorstandschef. In der Schmiergeldaffäre wurden ihm bis dato keine Vorwürfe gemacht. Der Aufsichtsrat wollte seinen Vertrag jedoch nicht vorzeitig verlängern. Daher zog Kleinfeld sich zurück. Im Mai 2008 wurde er in den USA Chef des Aluminiumkonzerns Alcoa. Auch gegen ihn läuft ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.

Heinz-Joachim Neubürger

Der von vielen Börsianern sehr geschätzte Manager war von 1998 bis 2006 Finanzchef des Konzerns. Gegen ihn ermitteln nicht nur die Münchner Staatsanwälte wegen Untreue. Neubürger steht auch im Visier der Nürnberger Staatsanwaltschaft. Diese ermittelt wegen verdeckten Zahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB. vis

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