Wirtschaft : Wie Optionen funktionieren

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Führungskräfte, denen ein Unternehmen besondere Leistungsanreize bieten will, erhalten neben ihrem festen Gehalt variable Vergütungen. Neben Prämien bieten sich so genannte Aktienoptionen an. Sie berechtigen zum Kauf der Aktien des eigenen Unternehmens innerhalb einer festgelegten Frist zu einem vorher vereinbarten Preis. Aktienoptionspläne sind ein Ergebnis des Shareholdervalue-Gedankens und wurden vor allem während des Börsenbooms eingeführt: Vorstände, die sich an einer positiven Aktienentwicklung orientieren, haben ein Interesse, Umsatz und Gewinn und damit den Wert des Unternehmens zu steigern. Steigt der Kurs innerhalb der vereinbarten Frist über den im Optionsplan festgelegten Kaufpreis, kann der Manager die ihm zugeteilten Aktien mit Gewinn verkaufen. Im Idealfall wird der Kurs, zu dem Aktien bezogen werden können, an die Entwicklung eines Index oder der Aktien wichtiger Wettbewerber gekoppelt. Gekauft werden darf dann nur, wenn der Börsenkurs des Unternehmens den Index übersteigt. In die Kritik geraten sind die Programme, weil viele Manager schon dann profitieren, wenn der Aktienkurs ihres Unternehmens nur geringfügig steigt oder die Wettbewerber besser abschneiden. Dies hat dazu geführt, dass Vorständen schon bei kleinen Kursgewinnen riesige Beträge zuflossen, die nicht in der Gewinn- und Verlust-Rechnung auftauchten. Seit dem Börsencrash haben Aktienoptionspläne allerdings an Attraktivität verloren, weil die Aktienkurse vieler Unternehmen – vor allem aus der Technologiebranche – unter ihre Bezugspreise gefallen sind. Ein Verkauf wäre heute also nur mit Verlust möglich. Ab wann das Kaufrecht ausgeübt werden kann, ist im Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich vorgeschrieben: Die Wartefrist muss mindestens zwei Jahre betragen. In der Regel laufen die Programme zwei bis zehn Jahre. Ihrer Einführung muss die Hauptversammlung zustimmen. mot

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