Wirtschaft : Wind, Wasser und Sonne bauen ihren Anteil aus Öko-Energie deckt acht Prozent des Bedarfs

Alexander Heinrich

Berlin - Für die erneuerbaren Energien ist das Jahr 2006 ein Rekordjahr gewesen. Insgesamt konnte die Energiegewinnung aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Erdwärme um 15 Prozent zulegen, wie der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) am Donnerstag mitteilte. 200 Milliarden Kilowattstunden entsprächen einem Anteil von knapp acht Prozent am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland. Im Vorjahr waren es noch 6,8 Prozent.

Spitzenreiter war die Solarenergie mit einem Zuwachs von 30 Prozent. Allerdings bewegt sie sich auch bisher auf einem relativ niedrigen Niveau. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Nutzung von Bioenergie und Erdwärme mit einem Plus von jeweils 20 Prozent.

Beim Blick auf die einzelnen Bereiche Wärme, Strom und Kraftstoffe fällt die Bilanz aus Verbandssicht durchwachsen aus. Zwar konnte Biosprit kräftig zulegen, allerdings macht er nur sechs Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch aus. Biosprit muss seit 2007 Diesel und Benzin beigemischt werden, verliert dafür aber seine Steuerbefreiung. „Der Strombereich ist dagegen mit einem Anteil erneuerbarer Energieträger von mehr als elf Prozent auf einem guten Weg“, sagte Verbandspräsident Johannes Lackmann. Versäumnisse gebe es bei der Wärmenutzung mit einem Anteil von sechs Prozent. „Hier ist seitens der Bundesregierung am wenigsten passiert, trotz Importabhängigkeit und steigender Gas- und Ölpreise“, so Lackmann. „Dabei lässt sich der Ausstoß von klimaschädigendem Kohlendioxid nirgendwo so billig und schnell reduzieren wie im Wärmebereich.“

Lackmann forderte Bund und Länder auf, erneuerbare Energien stärker zu fördern und „bürokratische Schikanen“ aus dem Weg zu räumen. „Die Anlagenindustrie ist ausgebucht, der Weltmarkt springt an.“ Zudem leisteten erneuerbare Energien einen wirksameren Beitrag zum Klimaschutz als der Handel mit Emissionsrechten. 2006 habe Deutschland 99 Millionen Tonnen Kohlendioxid durch alternative Energien eingespart.

Bundeskanzlerin Merkel versprach unterdessen beim tradionellen Empfang der Sternsinger unter dem Motto „Kinder sagen Ja zur Schöpfung“ weitere Schritte für den Klimaschutz. Das Thema stehe auf der Agenda der EU- und G-8-Präsidentschaft.

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