Wirtschaft : Wirtschaft für private Flugsicherung

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Frankfurt am Main/Berlin - Obwohl Bundespräsident Horst Köhler die Privatisierung der Deutschen Flugsicherung (DFS) vorerst gestoppt hat, halten die Luftfahrtkonzerne an dem Ziel fest. „Wir brauchen die Kapital-Privatisierung auch als Teil der Liberalisierung des europäischen Luftraums“, sagte Lufthansa-Sprecherin Stefanie Stotz am Dienstag dem Tagesspiegel. Damit sei eine erhebliche Verbesserung des Luftverkehrsstandorts Deutschland verbunden. Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel sagte: „Die Privatisierung der DFS ist unausweichlich.“ Allerdings sollte der Gesetzgeber jetzt nicht nur die Verfassung ändern, sondern auch die Gelegenheit nutzen und die Bedingungen für die Privatisierung überarbeiten.

Als möglicher Käufer gilt unter anderem ein Konsortium bestehend aus Lufthansa, Air Berlin, Tui und dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport. Die Unternehmen wollen so dafür sorgen, dass die Gebühren der Flugsicherung für sie kalkulierbar bleiben. Internationale Finanzinvestoren sollen ebenfalls Interesse an der DFS angemeldet haben.

„Wir sind weiter bereit, uns an einem deutschen Konsortium zu beteiligen“, sagte Lufthansa-Sprecherin Stotz. Die Fluggesellschaft erhofft sich durch die Privatisierung der DFS und letztlich durch einen einheitlichen europäischen Luftverkehrsraum erhebliche Einsparungen. Derzeit werde wegen der Zersplitterung der Luftkontrollen und der daraus resultierenden Warteschleifen der Lufthansa-Jets so viel Kerosin verbraucht, dass damit täglich elf Flüge zwischen Frankfurt und New York betrieben werden könnten. Air-Berlin-Sprecher Hauptvogel sagte: „Der deutsche Luftraum ist längst nicht so überfüllt, wie man oft annimmt.“ Eine private Flugsicherung könne effizienter arbeiten. hop/ro

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