Wirtschaft : Wirtschaftsgipfel: Weltbank und IWF sagen ihre Herbsttagung ab

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Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben ihre Herbsttagung in Washington abgesagt. Die beiden Organisationen hatten die 186 Mitgliedsstaaten zu dem traditionellen Treffen für den 29. und 30. September eingeladen. Offiziell sprechen die Verantwortlichen noch davon, dass die Tagung verschoben wird, doch deutet alles darauf hin, dass sich die Mitglieder erst zur ebenfalls jährlich stattfindenden Frühjahrstagung im nächsten Jahr treffen werden. Die Finanzminister der G7-Staaten kommen aber dennoch zusammen. Sie wollten eigentlich am 28. September in Washington miteinander über die schwache Weltkonjunktur konferieren, treffen sich nun aber in Italien.

Die italienische Regierung hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7/G8 und hat - dem Vernehmen nach - Neapel als Treffpunkt gewählt. Ein unwiederbringlicher Verlust sei das abgesagte Treffen nicht, sagte ein deutscher Teilnehmer vorangegangener Treffen. Der Austausch könne elektronisch über das Internet und telefonisch erfolgen. Außerdem sehe man sich bereits im Frühjahr wieder.

Finanzminister Hans Eichel rechnete bereits einen Tag nach den Terroranschlägen in den USA mit der Absage des Treffens. Seine Einschätzung deckte sich mit denen der Mitarbeiter von IWF und Weltbank und vieler Nichtregierungsorganisationen. "Es ist im Interesse aller, dass die Tagung verschoben wird", sagte Miriam Walther von der deutschen Organisation Weed am Montag. Die Vertreter der Nichtregierungsorganisationen hätten alle Skrupel gehabt, nach den Ereignissen nach Washington zu fahren. Einen Rückschlag erwartet Walther nicht, denn die Anschläge zeigten, dass der finanzielle Ausgleich zwischen dem Norden und dem Süden um so wichtiger wird.

Offiziell mussten Weltbank und IWF auf die Entscheidung der US-Regierung warten, die Gastgeberin der Tagung ist. Die Polizeichefs von Washington hatten ebenfalls einen Tag nach den Anschlägen empfohlen, die Treffen abzusagen. Sie hatten mit bis zu 100 000 Demonstranten gerechnet. Die US-Organisatoren "Mobilization for Global Justice" haben bereits am Samstag die Demonstration und alle Outdoor-Aktivitäten abgesagt "unabhängig von den Plänen der Weltbank und des IWF". Die Organisation verurteilte die "entsetzlichen Anschläge".

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