Wirtschaft : Wo der Berliner am Feuer sitzt

Ein Abend am Kamin – auch, wenn man keinen hat

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Leider verhält sich der Wunsch nach einem Kamin nicht proportional zur Finanzkraft. Deshalb hier eine kleine Auswahl öffentlich zugänglicher Feuerstellen in Berlin, in deren Licht man für den Preis eines Weins, Kaffees oder Cocktails sitzen kann. Und irgendwann ist nicht mehr klar, ob die Wärme aus dem Kamin oder aus dem Glas steigt.

Kaminbar „Tire Bouchon“ im Schlosshotel, Brahmsstraße 10, Grunewald

Unglaublich verschwiegen liegt das Haus in einer Wohngegend. Die opulenten Stoffe an den Fenstern und auf den ausladenden Sesseln, ausgewählt von Karl Lagerfeld, scheinen alles Gesagte aufzusaugen. Dieser Ort verlangt nach einem alten schottischen Whisky. Nachmittags gibt es Torten mit essbarem Blattgold.

„June Bar“ , Sredzkistraße 65, Prenzlauer Berg

Vor einem Kachelofen aus spanischem Marmor sitzen junge Leute und ordern bei einem schlaksigen Barkeeper mit Mütze sorgfältig gemixte Cocktails. Die Bar riecht nicht nach Zigaretten, sondern angenehm nach brennendem Holz. Happy Hour 19 bis 21 Uhr.

Hotel „Four Seasons“ , Lobby und Restaurant, Charlottenstraße 49, Mitte

Hier lodern gleich zwei Kamine. Man kann eine Zeitung lesen in der Lobby, den Reisenden mimen und das Treiben der Gäste beobachten. Dazu serviert ein Geist des Hauses einen Kaffee. Wer im Feuerschein dinieren will, geht ins Restaurant nebenan.

Restaurant „Gerstensack“ , Fichtestraße 31, Kreuzberg

Wen gerade in der Vorweihnachtszeit mit Blick ins Feuer nach Flammkuchen mit Speckzwiebeln, dem Krustenbraten oder der Brandenburger Ente verlangt, der sollte besser vorher reservieren. Für 20 Plätze ist der Kamin im Blickfeld.

Hotel „Grand Hyatt“ , Marlene-Dietrich-Platz 2, Tiergarten

Der Zünder für den Kamin befindet sich unter dem Tresen der Bar. Und den betätigen sie schon um acht Uhr morgens. Und bis Mitternacht lodert dann die Flamme aus dem Kamin, der mit Gas funktioniert. Diese Flamme, die man von der Straße aus sehen kann, erhellt die Teetrinker und Kaffeetrinker, die Berlinbesucher und die mit den Aktenmappen und Geschäftsterminen gleichermaßen.

„Reblaus“ , Wachsmuthstraße 19, Reinickendorf

Im Winter brennen von 18 bis 24 Uhr die Scheite. Der Wirt hat jetzt auch die Tische so gestellt, dass man von jedem Platz aus einen Blick auf’s Feuer hat. Dazu serviert er über 30 Weinsorten und deutsche Küche. ded

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