WO DER KONZERN STEHT : Mäßige Zahlen und große Pläne

Die Branchenkrise und der Trend zu Elektroautos

zwingen den BMW-Konzern zum Umdenken. Mehr Kleinwagen, Frontantrieb und lange verschmähte Baukastensysteme sollen die Münchner global an der Spitze des Premiumsegments halten, kündigte Konzernchef Norbert Reithofer am Mittwoch bei der Bilanzvorlage an.

Kommendes Jahr werde auf Basis der 1er-Reihe eine mindestens 600 Fahrzeuge starke Testflotte von Elektroautos in Leipzig gebaut, sagte Technik-Vorstand Klaus Draeger. Nach der ähnlich großen Elektroflotte der Kleinwagenmarke Mini – 100 Exemplare fahren allein in Berlin – ist das der letzte Schritt vor dem Start der Serienproduktion von Elektrofahrzeugen ab 2012. Das Werk Leipzig wird dafür zum BMW-Zentrum für Elektromobilität ausgebaut.

Den Flottenausstoß von Kohlendioxid will BMW bis 2020 um ein Viertel senken. Heute liegt der Wert für den Konzern in Europa bei 150 Gramm CO2 je Kilometer.

Für das laufende Jahr hat sich BMW vorgenommen, zu profitablem Wachstum zurückzufinden. 2009 sank der Absatz der Marken BMW, Mini und Rolls- Royce um gut ein Zehntel auf 1,25 Millionen Autos. Der Konzernumsatz sank um knapp fünf Prozent auf 50,7 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben 210 Millionen Euro Gewinn übrig – gut ein Drittel weniger als im Vorjahr. Für dieses Jahr kündigte Reithofer einen Absatz von über 1,3 Millionen Fahrzeugen und deutlich steigende Profite an. Getragen werden soll der Aufschwung von 17 neuen oder überarbeiteten Modellen, die bis Ende 2010 auf die Straße

kommen. Gut eine Milliarde Euro will BMW in die deutschen Werke investieren. Thomas Magenheim

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