Wirtschaft : Zehn Prozent mehr für Aktionäre

Die Dividende wird erhöht - Absatz konnte in allen Geschäftsfeldern belebt werden

Der Essener Warenhaus- und Versandhandelsriese Karstadt-Quelle sieht sich im Aufwind. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres sei erstmals wieder eine Belebung des Absatzes in allen Geschäftsfeldern des Konzerns erreicht worden, teilte die im vergangenen Jahr fusionierte Warenhaus- und Versandhandelsgruppe am Freitag in Essen mit. Im Warenhausgeschäft stiegen danach die Umsätze bis Ende April um 2,1 Prozent, im Versandhandel um 3,5 Prozent, in der Touristik um 3,9 Prozent.

Im Geschäftsjahr 1999, dem ersten Jahr der Verschmelzung, hatte der Karstadt-Quelle-Konzern seinen Umsatz bei vergleichbarer Rechnung um 4,3 Prozent auf 29 Milliarden Mark (18,8 Milliarden Euro) gesteigert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 62 Prozent auf 502,6 Millionen Mark. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 62 Prozent auf 502,6 Millionen Mark. Der neue Konzern steigerte die Umsätze vergleichbar gerechnet um 4,3 Prozent auf netto 29 Milliarden Mark.

Der Einzelhandelskonzern will für 1999 die Dividende um zehn Prozent erhöhen. Nach dem Aktiensplit eins zu zehn sollten 0,62 Euro (1,21 Mark) je Stückaktie ausgeschüttet werden, teilte das Unternehmen mit. Die Karstadt AG hatte ihren Anteilseignern vor der Fusion mit Quelle für 1998 eine Dividende von elf Mark je 50-Mark-Aktie gezahlt. Das entsprach 22 Prozent.

Die Entwicklung des operativen Geschäftes habe zu einem DVFA/SG-Ergebnis je Aktie von 3,10 Mark geführt, hieß es weiter. Das entspreche einer Verbesserung von 89 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Karstadt-Quelle-Aktie verbesserte sich in einem knapp behauptetem Börsenumfeld zur Kasse um 1,6 Prozent auf 33,60 Euro.

Im Warenhausgeschäft, das seit dem 1. Januar 2000 von der Karstadt Warenhaus AG geführt wird, sei bei einem um 0,2 Prozent auf 13,5 Milliarden Mark erhöhten Nettoumsatz das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 62,3 Millionen auf 455 Millionen Mark verbessert worden. Damit liegt er leicht unter dem Durchschnitt: Der deutsche Einzelhandel verbuchte 1999 insgesamt ein Umsatzplus von 0,5 Prozent.

Übernahmepoker um C & N

Der Geschäftsverlauf in den ersten vier Monaten dieses Jahres habe erstmals wieder zu einer Belebung des Absatzes in allen Geschäftsfeldern des Konzerns geführt, hieß es weiter. So seien im Warenhausgeschäft die Umsätze bis Ende April um 2,1 Prozent, im Versandhandel um 3,5 Prozent und in der Touristik um 3,9 Prozent gestiegen. Die Hauptversammlung soll jetzt zwei Kapitalerhöhungen um bis zu insgesamt 80 Millionen Euro genehmigen.

Unterdessen ist nach wochenlangem Tauziehen Bewegung in die Übernahmeverhandlungen um den britischen Reiseriesen Thomson Travel gekommen. Thomson, eine Tochter von Karstadt-Quelle und Deutscher Lufthansa, hat sich nun doch zu Verhandlungen mit der deutschen Gruppe C & N Touristik (Oberursel) entschlossen. Man habe Gespräche über ein neues Angebot von C & N in Höhe von 160 Pence pro Aktie begonnen, teilte Thomson am Freitag in London mit. C & N-Sprecher Gerd Leidinger bestätigte, dass es Übernahmegespräche gebe, "die zu einem Angebot von 160 Pence führen könnten". Bei ihrem Übernahmepoker hat C & N unterdessen Konkurrenz bekommen. Wie Thomson weiter mitteilte, gibt es einen weiteren Bieter, dessen Name aber nicht bekannt gegeben werde. Die britische Nachrichtenagentur PA berichtete unter Berufung auf Branchenkreise, der unbekannte Mietbieter sei möglicherweise Preussag, zu der TUI gehört.

C & N ist nach Angaben Leidingers von einem Mitbieter nichts bekannt. Die Gespräche mit Thomson sollten fortgesetzt werden. Mit einem Ergebnis sei möglicherweise schon am Wochenende zu rechnen, sagte Leidinger weiter. Man wolle Thomson aber nicht um jeden Preis übernehmen. Auch eine feindliche Übernahme werde nicht angestrebt. "Wenn es mit Thomson nicht klappt, werden wir uns nach Alternativen umschauen, um auf dem englischen Markt vertreten zu sein."

Der Konzern bemüht sich seit Anfang April um den britischen Reiseriesen. Zwei niedrigere Angebote von 130 und 145 Pence hatte Thomson nach eigenen Angaben abgelehnt. Nach dem neuen Angebot hätte Thomson einen Wert von 1,6 Milliarden Pfund (5,4 Milliarden Mark).

Zusammen mit Thomson würde C & N der umsatzstärkste europäische Reisekonzern werden und damit die TUI-Gruppe überholen. Thomson kontrolliert derzeit 24 Prozent des britischen Reisemarktes.

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