Wirtschaft : Zeitarbeit verzeichnet kräftige Zuwächse

Manpower beschäftigt in Deutschland 14 000 Menschen / Erste Kontakte zu den Gewerkschaften

Frankfurt (Main) (ro).6000 bis 7000 Arbeitslosen hat das Zeitarbeitsunternehmen Manpower im vergangenen Jahr in Deutschland eine neue Beschäftigung vermittelt.Davon waren ein Zehntel über ein Jahr ohne Job.Jeder dritte wurde in eine feste Anstellung abgeworben.Diese erfreuliche Bilanz zieht jedenfalls Diethelm Bender, Chef des Deutschland-Ablegers der größten Zeitarbeitsfirma der Welt. Insgesamt kletterte die Zahl der von Manpower in Deutschland beschäftigten und an Firmen weiter vermittelten Mitarbeiter 1996 um 2000 auf 14 000.Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der steigenden Tendenz in vielen Firmen, Positionen nur zeitweise zu besetzen, rechnet Bender in diesem Jahr mit einem weiteren Zuwachs auf 16 500.Nach wie vor gibt es für diese Zeitarbeitnehmer keine Tarifverträge.Mit DGB-Chef Dieter Schulte hat sich Bender zwar vor einigen Wochen einmal zusammengesetzt, aber Gespräche mit den Einzelgewerkschaften hat es noch nicht gegeben.Im Schnitt verdienen die Zeitarbeiter auf den von ihnen besetzten Positionen brutto etwa zehn bis 20 Prozent weniger als festangestellte Mitarbeiter.Netto, so Bender, sei es in vielen Fällen aber genauso viel, weil bei Zeitarbeitnehmern Überstunden bezahlt und die Kosten für An- und Abfahrt sowie Verpflegung übernommen würden. Manpower Deutschland konnte 1996 den Umsatz um 20 Prozent auf 204 Mill.DM erhöhen, ähnliches wird für 1997 erwartet.Der Gewinn vor Steuern lag bei "zwei bis vier Prozent" vom Umsatz, sagte Bender .Weltweit setzte der Branchenführer 1996 fast 7,5 Mrd.Dollar um, ein Plus von 8,6 Prozent.Der Gewinn kletterte um fast 27 Prozent auf 162 Mill.Dollar. Für das bislang größte Zeitarbeitsprojekt überhaupt mit 12 000 Mitarbeitern, für die Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Sommer in Frankreich sucht Manpower im übrigen auch in Deutschland noch Freiwillige.Sie können "an einem unvergeßlichen Arbeitsplatz" in Frankreich dabei sein - für keinen Pfennig Lohn.Übernommen werden lediglich Reise- und Aufenthaltskosten, weil das Organisationskomitee der WM keine Mittel lockergemacht hat, wie Bender betont.Manpower selbst gibt für diese Unterstützung der 16.Fußball-WM und für die eigene Image-Pflege rund 10 Mill.Dollar aus.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar