Wirtschaft : Zentralbank optimistisch

Frankfurt (Main) (ro). Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht gute Grundlagen für eine Erholung der Wirtschaft im Euro-Raum im nächsten Jahr. Die Aussichten auf stabile Preise, auf eine weitere Konsolidierung der Haushalte, auf Lohnzurückhaltung und weitere Strukturreformen sind nach Ansicht der EZB gut. Auch die Finanzierungsbedingungen seien günstig, so dass auch der private Konsum gestützt werde. Die EZB deutet keine weiteren Zinsschritte an. Das gegenwärtige Niveau der Leitzinsen sei mit der Gewährleistung der Preisstabilität vereinbar. Nach den Terroranschlägen in den USA am 11. September hatte die EZB den Leitzins am 17. September von 4,25 auf 3,75 Prozent gesenkt. In diesem Jahr rechnen die Notenbanker mit einem weiteren Rückgang der Inflationsrate. Insgesamt seien die Aussichten gut, dass "die Inflation im Euroraum weiter auf ein Niveau zurückgehen wird, das mit Preisstabilität vereinbar ist." Damit würde die Inflationsrate im nächsten Jahr wieder auf oder unter zwei Prozent sinken.

Auch die Volkswirte der Dresdner Bank sehen in der Geldpolitik der EZB derzeit kein Hindernis für die Konjunktur. "Man kann der EZB nicht vorwerfen, dass sie das Wachstum in Europa bremst", sagt Volkswirtin Claudia Henke. Die Realzinsen in Europa seien derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau von etwa 1,5 Prozent. Deshalb gebe es keinen dringenden Handlungsbedarf. Trotzdem rät die Dresdner Bank der EZB zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Angesichts der rückläufigen Inflationsrate - 2002 werde sie auf 1,5 Prozent zurückgehen - und der lahmen Konjunktur sollte sie die Leitzinsen um weitere 0,5 Prozentpunkte senken.

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