Wirtschaft : Zugpferd im Zwischentief

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Öffentliche Netze bald wieder flottdw

Der Bereich Öffentliche Netze gehörte bis 1993 zu den absoluten Zugpferden des Siemens-Konzerns - bis der Umsatz drastisch absackte.Um das Geschäft auf dem hart umkämpften Telekommunikationsmarkt wieder auf das alte Niveau zu hieven, übernimmt ab dem heutigen Mittwoch Siemens-Vorstand Robert Koch den Bereich von Peter Pribilla.Noch vor wenigen Jahren machte Siemens im Geschäft mit öffentlichen Netzen einen Jahresgewinn von gut 1,3 Mrd.DM.Man profitierte von der Digitalisierung der Deutschen Telekom und von der Wiedervereinigung.Doch dann sackte der Boom in sich zusammen, 1995 sank der Vorsteuergewinn auf einen Bruchteil des ehemaligen Ergebnisses: kaum noch 210 Mill.DM.Bei einem Bereichsumsatz von 14 Mrd.DM eine dürftiger Abschluß.Doch der Telekommunikationsmarkt ist in Bewegung - nicht nur in Deutschland, wo sich drei Monate vor der Marktfreigabe neue Telefonanbieter zu Allianzen zusammenschließen und Milliardeninvestitionen planen.Neue Anbieter stoßen auf die liberalisierten Märkte vor, wildern in der Siemens-Kundenkartei, drücken das Preisniveau.Doch es geht wieder schrittweise aufwärts.Der ÖN-Bereich will die Telekom-Konkurrenten aller Länder mit Access-Systemen ausrüsten: Last-mile-Verbindungen in die Haushalte, mit denen das teure Telekomnetz umgangen werden soll.Immer mehr gerät dabei auch der asiatische Markt in den Blickpunkt.Man ist optimistisch: 500 Mill.DM Gewinn will der Bereich Öffentliche Netze in diesem Jahr vorweisen - das ist mehr, als zu Jahresbeginn geplant.Der harte Konsolidierungskurs von Konzernchef von Pierer scheint zu greifen: Im Jahr 2000 sind schon wieder 800 Mill.DM Gewinn eingeplant.

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