Wirtschaft : Zum Schluss soll nichts mehr anbrennen - Beobachter sind für die Entwicklung zuversichtlich

fs

Die Steuerpläne der Bundesregierung haben die Marktakteure am vergangenen Donnerstag aus ihrer vorweihnachtlichen Lethargie gerissen. Der Dax legte zum Wochenausklang noch einmal um 4,5 Prozent zu. Nach den Festtagen wird sich nun zeigen, was von der Euphorie übrig bleibt.

Viele Marktteilnehmer zeigen sich zuversichtlich. Bei einzelnen Unternehmen sei noch Luft für deutliche Kursausschläge wegen der Steuerpläne. Das nahende Jahresende werde zudem dafür sorgen, dass nichts mehr anbrenne, hieß es von Händlerseite. Zu Beginn der Woche wird mit einem ruhigen Start an den Aktienmärkten gerechnet. In der zweiten Wochenhälfte werde dann das so genannte Window-Dressing der institutionellen Anleger für steigende Kurse sorgen. Diese geraten am Jahresende regelmäßig unter Zugzwang, fehlende Favoriten des Gesamtjahres nachträglich zu kaufen.

Es gibt aber auch warnende Stimmen: Der Höhenflug hat das Risiko für Kursrückschläge nach Ansicht der Bankgesellschaft Berlin deutlich gesteigert. Die Banker raten "flexiblen Anlegern" in der letzten Woche des Jahres zu Gewinnmitnahmen. Wiederkehrende Zinsängste, die im ersten Quartal anstehenden Tarifverhandlungen sowie die hohe Bewertung der Dax-Werte mahnten zur Vorsicht. Besonders gefährdet seien die Favoriten dieses Jahres. Gute Aussichten attestieren die Analysten in den kommenden Monaten dagegen den Papieren exportstarker Zykliker aus den Branchen Chemie, Technologie, Maschinenbau und Energie. Die Experten von Warburg Dillon Read warnen vor dem Anstieg der Inflationsrate in Deutschland. Höhere Energiesteuern dürften im Januar die Teuerung auf bis zu 1,5 Prozent anheben. Das werde die Europäische Zentralbank zum Handeln zwingen, die Analysten rechnen mit einer zweimaligen Erhöhung der Leitzinsen um je 0,25 Prozentpunkte im ersten Halbjahr 2000.

Der Kursanstieg des Dax um rund 30 Prozent seit Mitte Oktober ist für die Commerzbank "fundamental nur schwer zu rechtfertigen". Anleger sollten daher die Gefahr von Rückschlägen nicht übersehen. Grundsätzlich blickt die Commerzbank jedoch zuversichtlich in die Zukunft. Einen Dämpfer sollten Investoren zum Einstieg nutzen.

Während sich die Aktienmärkte in festlicher Stimmung zeigten, war der europäische Rentenmarkt keineswegs in Feiertagslaune. Und auch in naher Zukunft werden die Anleihen nach Ansicht der Commerzbank nicht richtig auf die Beine kommen.

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