Wirtschaft : Zum Stichwort "Beton-Kartell"

Penible Buchführung, exakte Mahnregeln - was im normalen Geschäftsleben für eine optimale Kostenkontrolle sorgt, wurde dem Beton-Kartell zum Verhängnis. Denn was die Kartellbeamten bei ihren Durchsuchungen an Belegen fanden, erleichtert ihnen nun die Beweisführung. Bei den Geheimtreffen zur Ausschaltung des freien Wettbewerbs wurden nicht nur illegale Millionengeschäfte gemauschelt, sondern auch festgelegt, wer das Essen und die Getränke zu zahlen hat. Dabei misstrauten sich die Firmen sogar gegenseitig: "Beschiss" steht dort neben einer Zahlenkolonne, weil sich einer der Mitverschwörer nicht an die vereinbarte Liefermenge gehalten hat.

Die Angelegenheit dürfte auch politisch Wellen schlagen, denn ein Schwerpunkt des Kartells lag in Berlin während des Baubooms für das Regierungs- und Parlamentsviertel und den Potsdamer Platz. Die dort arbeitenden Baufirmen mussten für ihren Beton teuer bezahlen. Nun drohen den Betonfirmen empfindliche Sanktionen - Schadensersatz und der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.

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