Wirtschaft : Zurück in die Schule

Sie brauchen Lehrer. Quereinsteiger aus anderen Berufen sollen den Mangel ausgleichen. Gefragt sind Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, auch Latein. Foto: dpa
Sie brauchen Lehrer. Quereinsteiger aus anderen Berufen sollen den Mangel ausgleichen. Gefragt sind Mathe, Informatik,...Foto: ZB

An deutschen Schulen fehlen laut dem Deutschen Philologenverband bis zu 45 000 Lehrer. Kein Wunder, dass einige mit einem Quereinstieg in den Beruf liebäugeln. „Der Quereinstieg kommt vor allem für jene infrage, die immer schon diese Option ernsthaft überlegt haben, also eine generelle Affinität zur Arbeit mit jungen Menschen haben“, sagt Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Philologenverbandes in Berlin. Er rät davon ab, einen Quereinstieg nur deswegen zu wagen, weil man auf seinem Berufsweg nicht weiterkommt.

Bewerber sollten sich bewusst sein, dass es beim Lehrerberuf in erster Linie um das Vermitteln von Wissen geht. Das Fachliche ist nicht der Kern der Arbeit als Lehrer. „Es ist etwas anderes, als Mathe-Lehrer zu arbeiten und mit pubertierenden Jugendlichen Dreisatz zu machen, als Mathematiker zu sein“, warnt Michael Schulte in Essen. Er beschäftigt sich beim Landesverband Nordrhein-Westfalen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit dem Thema.

Ein Quereinstieg sei nur dann eine Perspektive, wenn Bewerber unter 40 oder 45 Jahren alt und in mindestens einem Mangelfach qualifiziert sind. Dazu gehören vor allem die MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Doch auch mit Kenntnissen in Latein und Spanisch hat man gute Aussichten. Das gilt zumindest für Gymnasien, Gesamt- und Realschulen. Starker Mangel herrscht auch an beruflichen Schulen, insbesondere in den technischen und kaufmännischen Fächern.

Die Regeln für eine Verbeamtung sind je nach Land unterschiedlich. Ohne eine pädagogische Ausbildung erhalten Lehrer nur Aushilfsverträge und müssen jedes Jahr zittern, ob der Vertrag verlängert wird. Wer an eine Privatschule will, hat als Quereinsteiger bessere Chancen. dpa

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