Wirtschaft : Zuschlag für die Rente

Arbeitsmarktentwicklung erlaubt höhere Zahlung

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Berlin - Nach drei kargen Jahren kann die Bundesregierung den Groll der Rentner 2007 etwas mindern. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt erlaubt eine Anhebung der Ruhegelder um wahrscheinlich 0,6 Prozent. Auch die Hinzuverdienstregelungen für Frührentner dürften nach Informationen des Handelsblatts gelockert werden. Auf Drängen von Bundesrat, Rentenkassen und Arbeitgebern prüft die Regierung, die bisherige Grenze von 350 Euro im Monat auf 400 Euro anzuheben und damit der Mini-Job- Größe anzugleichen.

Endgültig festgelegt wird die Rentenerhöhung erst durch eine Verordnung des Sozialministeriums im Mai. Ressortchef Franz Müntefering (SPD) will die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Lohnentwicklung im Vorjahr abwarten, die Ende März vorgelegt werden. Er werde sich nicht an Spekulationen beteiligen, erklärte der Politiker.

Im Finanzausschuss der Deutschen Rentenversicherung wurde aber am Dienstag schon die wahrscheinliche Anhebung diskutiert. Nach Berechnungen des Schätzerkreises der Alterskassen und der Bundesregierung wird sie für Westdeutschland 0,6 Prozent betragen. In Ostdeutschland würde sich rechnerisch ein niedrigerer Wert ergeben, doch schreibt das Gesetz vor, dass die neuen Bundesländer nicht hinter den alten zurückbleiben dürfen. Für die Rentenkassen ergäbe sich 2007 durch die Erhöhung zum 1. Juli eine Belastung von etwa 600 Millionen Euro.

Den kleinen Zuschlag, der für den Durchschnittsrentner freilich nur etwa sechs Euro im Monat ausmacht, haben die Senioren den Lohnsteigerungen des vorigen Jahres zu verdanken. Nach den Daten der Schätzer legte die versicherungspflichtige Lohnsumme um 0,95 Prozent zu. Der Riester- Faktor dämpfte den Anstieg. Überraschend wirkte der zweite Multiplikator in der Rentenformel, der vom Wirtschaftsweisen Bert Rürup entwickelte Nachhaltigkeitsfaktor, aber positiv. Er war 2004 eingeführt worden, um den Anstieg der Altersbezüge zu bremsen, wenn die Zahl der Beitragszahler sinkt. Tatsächlich legte die Zahl der Erwerbstätigen aber stärker als die der Ruheständler zu. 2005 und 2006 hätte der Nachhaltigkeitsfaktor wegen des umgekehrten Effekts eigentlich die Renten kürzen müssen, was aber das Gesetz verhindert. doe (HB)

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