Wirtschaft : Zuzugserlaubnis soll nicht erweitert werden

Die Bundesregierung plant keine allgemeine Zuzugserlaubnis für ausländische Fachleute. Eine solche Überlegung stehe nicht zur Debatte, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Bela Anda, am Mittwoch in Berlin. Er nahm damit Stellung zu dem Vorstoß von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, der eine Ausweitung der "Green Card" auf alle Branchen gefordert hatte, die unter einem Mangel an Spezialisten leiden. Hundt hatte den Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder ausdrücklich begrüßt, 30 000 Computer-Experten aus Ländern außerhalb der EU eine Arbeitserlaubnis zu geben, um auf diese Weise rasch und unbürokratisch den Fachleute-Mangel abzustellen. Hundt schlug vor, die Einreiseerleichterungen nicht auf Ingenieure zu beschränken, sondern auf qualifizierte Facharbeiter auszuweiten. Gegen diesen Vorschlag stellten sich der innenpolitische Sprecher der SPD, Dieter Wiefelspütz, und der DGB. Man dürfe die Initiative des Kanzlers "nicht überfrachten und nicht zu groß dimensionieren", sagte Wiefelspütz. Der DGB vertrat wie Wiefelspütz die Auffassung, angesichts von vier Millionen Arbeitslosen müssten Facharbeiter in Deutschland gefunden werden.

Unterdessen teilte die Bundesanstalt für Arbeit (BA) mit, fast 16 000 Computerexperten suchten auf der Internet-Hotline der BA eine Stelle. Insgesamt seien derzeit 31 700 Fachleute für Datenverarbeitung bei den Arbeitsämtern arbeitslos gemeldet. Die Unternehmen hätten nur 12 000 offene Stellen gemeldet. Den Angaben zufolge sind auf der Internet-Hotline für IT-Berufe Jobangebote und Ansprechpartner abrufbar. Die Adresse lautet www.arbeitsamt.de , von dort führt eine Link zur Hotline. Unternehmen könnten auf den Arbeitgeber-Informations-Service (AIS) zugreifen und Kontakt zu 15 800 Bewerbern im IT-Bereich suchen. Im Januar hätten die Arbeitsämter über 1400 EDV-Fachleute vermittelt. Die Zahl der Ausbildungsverträge im IT-Bereich sei 1999 auf rund 13 500 gestiegen, hieß es. Für Fortbildung in diesem Bereich gebe die Bundesanstalt jährlich rund eine Milliarde Mark aus.

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