Wirtschaft : Zwei Elektroautos und viel Tamtam

BMW präsentiert seine elektrische i-Klasse: Kleinwagen und Sportflitzer sollen 2013 in Serie gehen

Große Bühne. Der gesamte BMW-Vorstand präsentierte am Freitag in Frankfurt am Main die neuen Elektromodelle i3 (l.) und i8. Foto: dpa
Große Bühne. Der gesamte BMW-Vorstand präsentierte am Freitag in Frankfurt am Main die neuen Elektromodelle i3 (l.) und i8. Foto:...Foto: dpa

Frankfurt am Main - BMW geht ab 2013 mit einem serienreifen Elektroauto auf Kundenfang – und will trotz hoher Anlaufkosten von Anfang an damit Geld verdienen. „Wir setzen damit einen Meilenstein in der Geschichte der BMW Group“, sagte Konzernchef Norbert Reithofer am Freitag in Frankfurt. Unter dem Namen „BMW i“ sollen in zwei bis drei Jahren ein Kleinwagen und zudem ein neues Sportauto mit Hybridmotor auf den Markt kommen. Die Karosserie der beiden Autos fertigt BMW zu großen Teilen aus Kohlefasern, wodurch das Gewicht im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrzeug mit Elektroantrieb um rund 300 Kilogramm sinke. Dies sei ein Novum im Automobilbau, sagte Reithofer.

Das Elektroauto ist ein wichtiges Projekt für BMW und soll den Münchnern dabei helfen, die strengeren Auflagen für den CO2-Ausstoß in Europa und den USA zu erfüllen. Die Wettbewerber treiben die Entwicklung batteriebetriebener Fahrzeuge ebenfalls mit hohem finanziellen Aufwand voran. BMW ließ die beiden neuen Autos am Freitag mit branchenüblichem Tamtam durch eine große Messehalle in Frankfurt rollen. Hingucker war vor allem der in Silber-Blau-Schwarz gehaltene Sportflitzer „i8 concept“, der als Hybridauto nicht nur mit Strom fährt, sondern für längere Strecken auch einen herkömmlichen Benzinantrieb hat.

Der kleinere der beiden BMWs, das Stadtauto „i3 concept“, werde hingegen ausschließlich von einem E-Motor angetrieben, sagte Entwicklungschef Klaus Draeger. Mit einer Reichweite von 150 Kilometern und vier Sitzen sei der Wagen „voll alltagstauglich“. Absatzziele und Verkaufspreise für die Neuentwicklungen wollte BMW nicht nennen.

Die neuen Modelle müssten die im gesamten Konzern üblichen Ergebnisbeiträge bringen, sagte Vertriebschef Ian Robertson bei der Präsentation. Zur Markteinführung werde man sich zunächst auf die städtischen Ballungsräume der Welt konzentrieren. Planzahlen für die Produktion in Leipzig nannte BMW nicht. Dort werden rund 400 Millionen Euro investiert und 800 Arbeitsplätze geschaffen. Der Absatz ab 2013 hänge von vielen Faktoren ab, die nicht im Einfluss des Unternehmens stünden, sagte Robertson. Unter anderem müsse man die gesetzlichen Verkehrsregulierungen in den Ballungsräumen abwarten. Man sei aber in der Lage, auf die Nachfrage jederzeit äußerst flexibel zu reagieren. BMW prüft für die Elektromodelle neue Vertriebswege über das Internet und denkt über Carsharing- Konzepte nach.

BMW-Chef Norbert Reithofer betonte die klimaneutrale Produktion der neuen Modelle. Sie seien im Unterschied zu den bislang angebotenen Elektroautos keine Umbauten konventioneller Modelle. Er sei stolz auf dieses Projekt. „Dahinter stecken echter Pioniergeist und geballte Innovationskraft“, sagte der Vorstandschef.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lobte BMW für die geleistete Entwicklungsarbeit, die mit der Verwendung von Kohlefaser als Werkstoff im Fahrzeugbau neue Maßstäbe setze. Ramsauer sprach sich erneut gegen staatliche Kaufprämien zur Unterstützung des Absatzes aus. „Mir ist es lieber, das Produkt fasziniert aus sich selbst heraus.“ rtr/dpa

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