Wirtschaft : Zweifel an Zukunft der Arbeitsplätze im DeTeWe-Werk

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Die Vogt Electronic AG, Erlau, übernimmt zum 1. Juni das DeTeWe-Werk in Dahlwitz-Hoppegarten. Das bestätigten die beiden Unternehmen am Montag, machten jedoch keine Angaben zum Kaufpreis. Der Vogt-Vorstandsvorsitzende Reinhard Schülein sagte zu der Werksübernahme durch die Tochergesellschaft Vogt Electronic Witten GmbH: "Ich habe meine Zweifel, ob es uns gelingen wird, eine wettbewerbsfähige Struktur in Hoppegarten herzustellen. Wir könnten das aber schaffen."

In dem Werk sind zurzeit 355 Mitarbeiter damit beschäftigt, Systeme und Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnologie herzustellen. Lediglich das Distributions- und Logistikzentrum gliedert DeTeWe in die Unternehmensgruppe ein und übernimmt deshalb 36 Beschäftigte der Produktionsgesellschaft. Deren Betriebsratsvorsitzender, Gerhard Schunke, beurteilt die Zukunftsaussichten der restlichen Mitarbeiter negativ: "Vogt möchte das Werk nicht weiterbetreiben, sondern ist nur an unseren Aufträgen interessiert." Vogt sei ähnlich aufgestellt und brauche dringend Auslastung. Das Unternehmen produziert Bauelemente, Leiterplatten, Baugruppen und Systeme für den Weltmarkt der Elektro- und Elektronikindustrie. Es verfügt über 14 Produktionsstandorte in acht Ländern, beschäftigt 5300 Mitarbeiter und setzte im vergangenen Geschäftsjahr 716 Millionen Euro um.

DeTeWe-Chef Christian Brunke betont: "Wir mussten etwas gegen die Überkapazitäten tun. Gegen die Globalplayer hatten wir keine Chance." Die Produktionsgesellschaft fährt seit 1993 durchgehend Verluste ein, in den vergangenen beiden Geschäftsjahren jeweils im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Gesamtunternehmen will sich jetzt nach Darstellung Brunkes auf sein Kerngeschäft konzentrieren: "Wir stellen nur nicht mehr selber her, sondern Vogt liefert an uns. Wir wollen gemeinsam die Marktmacht sichern." Auch nach der Trennung von der Produktionsgesellschaft beschäftige DeTeWe 1200 seiner insgesamt 2300 Mitarbeiter in Berlin. Spekulationen, dass die Konzernmutter Röchling DeTeWe verkaufen werde, wollte Brunke nicht kommentieren. Auch konnte er nicht ausschließen, "dass noch weiter bereinigt werden muss".

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