"Zweite Miete" : Betriebskosten-Rückzahlung möglich

Dem Wetter sei Dank: Der Mieterbund rechnet damit, dass die Betriebskosten sinken und viele Mieter Rückzahlungen bekommen. Das liegt vor allem am milden Winter.

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Die "Zweite Miete" bleibt stabil - Es gibt Hoffnung auf Rückzahlungen
Die "Zweite Miete" bleibt stabil - Es gibt Hoffnung auf RückzahlungenFoto: dpa

Die Heizung lief lang, die Dusche auch, dann wird auch noch der Gärtner teurer. Die Betriebskosten-Abrechnung hält oft böse Überraschungen bereit. In diesem Jahr aber können viele Mieter mit Rückzahlungen rechnen. Nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds ist die „zweite Miete“ zurückgegangen. Für die vielerorts steigenden Gesamtmieten kann sie nicht mehr als Begründung herhalten.

Die Nebenkosten fallen zusätzlich zur regulären monatlichen Kaltmiete an. Mieter zahlen „warme Betriebskosten“ beispielsweise für Heizung und Warmwasser und „kalte Betriebskosten“ unter anderem für Abwasser, Grundsteuer, Müllbeseitigung, Versicherungen oder Gartenpflege.

Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung können sich Nebenkosten auf 3100 Euro im Jahr summieren

Diese Kosten machen inzwischen einen beträchtlichen Teil der Wohnkosten aus, im Schnitt etwa ein Viertel. Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung können sich die Nebenkosten auf mehr als 3100 Euro im Jahr summieren. Deshalb wird häufig von „zweiter Miete“ gesprochen. Was der Mieter mittragen muss, ist hierzulande gesetzlich geregelt – unter anderem in der Betriebskostenverordnung. Nicht dazu gehören zum Beispiel Kosten für die Verwaltung des Gebäudes und für Reparaturen oder Instandhaltung. Streit über Betriebskostenabrechnungen beschäftigen Gerichte immer wieder. Der Mieterbund warnt: Jede zweite von jährlich hunderttausenden überprüften Abrechnungen sei falsch, unplausibel oder unvollständig.

Nach der neuesten Auswertung des Deutschen Mieterbunds mussten Mieter zuletzt im Schnitt 2,19 Euro pro Quadratmeter und Monat zahlen. Maximal wurden für das Abrechnungsjahr 2013 3,26 Euro fällig. Die Werte sind so unterschiedlich, da es lange nicht in allen Häusern Aufzüge, gemeinsames Kabelfernsehen, einen Gärtner, Schwimmbad oder Sauna gibt, für die Kosten umgelegt werden können. Wer in diesen Wochen Post mit der Abrechnung für 2014 bekommt, wird sich wahrscheinlich freuen können: Der Mieterbund rechnet damit, dass die Betriebskosten sinken und viele Mieter Rückzahlungen bekommen. Das liegt vor allem daran, dass der Winter 2014 recht mild war.

Das Wetter wird zum entscheidenden Faktor

Fast 70 Prozent der Nebenkosten zahlen Mieter und Immobilienbesitzer laut Deutschem Mieterbund für Heizung und warmes Wasser. Damit wird das Wetter zum entscheidenden Faktor. Der vergangene Winter war vergleichsweise warm, viele konnten die Heizung spät an- und früh ausschalten. Außerdem sind die Energiepreise zuletzt nach Jahren der Höhenflüge wieder gesunken – auch das sorgt für eine Entlastung. Doch das kann sich durch internationale Krisen und einen kalten Winter auch schnell wieder ändern.

Die Wohnungswirtschaft sieht in den Betriebskosten den Hauptgrund für die steigende Mietbelastung. Immer wieder wurde daher eine Begrenzung der Nebenkosten gefordert. Der Mieterbund hält das für keine gute Lösung. In Wahrheit seien die Nebenkosten stabil, die Mietbelastung steige durch höhere Kaltmieten, sagt Ropertz.

Die Bundesländer können seit Juni eine Mietpreisbremse einführen. Damit werden die Mieten bei Neuvermietung auf zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete beschränkt. Ein zweites Mietrechtspaket soll im Herbst vorgelegt werden, wie der SPD-Abgeordnete Dirk Wiese der „Saarbrücker Zeitung“ verriet. Damit solle beispielsweise die Erstellung von Mietspiegeln reformiert und die Modernisierungsumlage zugunsten der Mieter gesenkt werden. mit dpa

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