1000-DOLLAR-GENOM : Hol’ dir dein Erbgut – ab 2014

DIE VISION



Das eigene Erbgut für 1000 Dollar, erstellt in 24 Stunden. Noch ist das nur eine Vision. Sie geht zurück auf den Genforscher Craig Venter, dessen Stiftung 2003 500 000 Dollar für denjenigen auslobte, der als Erster ein menschliches Genom für nicht mehr als 1000 Dollar entziffert. 2014 soll das Ziel erreicht sein, hofft das Nationale Humangenom-Forschungsinstitut der USA, das ein 70-Millionen-Dollar-Förderprogramm aufgelegt hat. Venters Vision könnte Wirklichkeit werden.

DER PREIS

Die erste komplette Entzifferung des menschlichen Erbguts 2001 kostete rund 300 Millionen Dollar, rechnet man die späteren Versionen und die Kosten für den Maschinenpark hinzu, kommt man sogar auf drei Milliarden Dollar, rechnete das Fachblatt „Science“ vor. Mittlerweile ist aufgrund technischer Fortschritte ein Preisverfall eingetreten, der dem in der Computerindustrie ähnelt. Heute kostet das Sequenzieren eines menschlichen Genoms noch rund 100 000 Dollar.

DIE TECHNIK

Vor 30 Jahren entwickelte der Brite Frederick Sanger die erste leistungsfähige Dechiffriermaschine für das Erbgut – und kassierte dafür seinen zweiten Nobelpreis. Aber während die ersten großen Genom-Entzifferungen mit dieser Methode noch aufwendige Vorarbeiten und ganze Fabrikhallen voller Sequenziermaschinen benötigten, setzen die Entwickler neuer Methoden auf schlanke, automatisierte Nanotechnik. Drei Verfahren sind im Gespräch: Beim ersten werden Basen-Buchstaben registriert, wenn sie an einen Erbgutstrang andocken, beim zweiten werden lange einzelne Erbgutfäden zusammengefügt, und beim dritten wird die Erbinformation abgelesen, während sich der Erbfaden durch eine winzige Nanopore schlängelt. wez

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