20 Jahre Helmholtz-Gemeinschaft : Merkel zählt die Nobelpreise

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte der Helmholtz-Gemeinschaft mit kleinen ironischen Spitzen

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Zu Helmholtz verschoben. Das Kieler Forschungszentrum Geomar (im Bild ein Schiff der Forschungsflotte) musste die Leibniz-Gemeinschaft im Jahr 2012 verlassen, weil der Finanzierungsschlüssel für Schleswig-Holstein ungünstig war. Bei Leibniz zahlen Bund und Länder die Hälfte, bei Helmholtz nur zehn Prozent der Kosten. Die damalige Bundesforschungsministerin Annette Schavan sagt heute: "Ich täte es wieder."
Zu Helmholtz verschoben. Das Kieler Forschungszentrum Geomar (im Bild ein Schiff der Forschungsflotte) musste die...Foto: promo

Drei Nobelpreisträger in zehn Jahren schreibt die Helmholtz-Gemeinschaft sich zu. „Wir haben lange suche müssen, wo die sind. Aber irgendwie schafft man es, Stefan Hell von Max Planck rüberzuholen.“ Angela Merkel gratulierte der Helmholtz-Gemeinschaft am Mittwochabend in der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom gut gelaunt mit ironischen Spitzen zum 20. Geburtstag. Die Kanzlerin ist recht zufrieden mit Helmholtz. Dank des geänderten Grundgesetzes könnten Fusionen von Helmholtz-Zentren mit Unis wie dem Karlsruher KIT oder Berlins BIG „noch viele Nachfolger bekommen“. Dass Helmholtz mit seinem finanziellen Gewicht die Balance des Wissenschaftssystems stört, wie Kritiker meinen, kann Merkel nicht erkennen: „Wir haben schon eine gute Balance.“

Auf drei Podien diskutierten frühere Forschungsminister mit Wissenschaftlern. Jürgen Rüttgers (1994 bis 1998) meint, auch für Helmholtz seien „Freiheit und Selbstverantwortung das Modell der Zukunft“. Seit jeher muss sich die Gemeinschaft über ihre Forschung weit enger mit der Politik abstimmen als in der Wissenschaft sonst üblich. Edelgard Bulmahn (1998 bis 2005) erinnerte daran, dass sie Helmholtz schon ein großes Stück Freiheit ermöglicht habe, indem sie 2001 die Programmorientierte Förderung gegen die Detailsteuerung durch das Ministerium setzte. Annette Schavan (2005 bis 2013) sagte, sie würde das Leibniz-Institut Geomar auch heute noch aus finanziellen Gründen zu Helmholtz überführen: „Es gibt Situationen, die nicht hundertprozentig sauber sind.“ Bundesforschungsministerin Johanna Wanka berichtete, sie habe vor drei Jahren „einen Wutanfall“ über den von Helmholtz damals formulierten Machtanspruch bekommen. Am 20. Geburtstag ist Wanka aber nicht mehr sauer: Anstöße zu Debatten sind besser als „Stromlinienförmigkeit“, sagte sie.

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