Wissen : 70 Millionen Euro für Uni Frankfurt Hessen finanziert Start der Stiftungshochschule

Tilmann Warnecke

Die Universität Frankfurt am Main soll vom Land Hessen bis zu 70 Millionen Euro bekommen, um Stiftungsuniversität werden zu können. Das Geld solle als Grundstock für das neue Stiftungskapital eingesetzt werden, sagte gestern Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU). Hessen schaffe so die Voraussetzungen, „der Stiftungsuniversität einen erfolgreichen Start zu ermöglichen.“

Wie berichtet, will die Uni Frankfurt zu Beginn des nächsten Jahres eine Stiftung des öffentlichen Rechts werden – und damit amerikanischen Eliteunis wie Harvard und Stanford nacheifern, die ebenfalls Stiftungsuniversitäten sind. Die Hochschule verspricht sich davon mehr Autonomie: So ist sie künftig Dienstherr für ihre Angestellten und kann eigene Tarifverträge abschließen oder die Lehrverpflichtungen von Wissenschaftlern selber regeln. Zugleich will Frankfurt ähnlich wie die amerikanischen Vorbilder private Spender gewinnen und sich so zusätzliche Geldquellen erschließen.

Die jetzt in Aussicht gestellten 70 Millionen Euro kommen aus Verkäufen von Hochschulliegenschaften. 20 Millionen sollen auf jeden Fall in das Stiftungskapital fließen, sagte Weimar. 50 Millionen stelle das Land für einen zusätzlichen Topf zur Verfügung. Aus diesem Topf solle die Uni pro eingeworbenen Euro von privaten Spendern einen weiteren Euro vom Land erhalten. Der Plan sei ein „starker Ansporn für Stifter aus der Bürgerschaft, sich noch mehr als bisher für ihre Universität einzusetzen“, sagte Unipräsident Rudolf Steinberg. Es sei damit zu rechnen, dass die Uni bald umfangreiche private Spenden präsentieren könne.

Große Sprünge wird Frankfurt mit diesem Stiftungskapital gleichwohl zunächst nicht machen können. Eine Stiftung bestreitet ihre Ausgaben vor allem aus den Zinsen, die das Kapital abwirft. Aus der Hochschule hieß es, man rechne mit einer Verzinsung von fünf Prozent pro Jahr – bei 70 Millionen Euro sind das 3,5 Millionen Euro jährlich. Der Etat der Uni beträgt in diesem Jahr 430 Millionen Euro, etwa drei Viertel davon sind Staatszuschüsse. Steinberg hatte bereits darauf hingewiesen, dass seine Hochschule auch als Stiftung zu großen Teilen auf Staatszuschüsse angewiesen sein wird. Tilmann Warnecke

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben