AhA : Warum fallen reife Äpfel vom Baum?

Thomas de Padova

Bananen werden in Südamerika grün geerntet. Sie kommen unreif in die Kisten. Bei kühler Lagerung bleiben sie den ganzen Transport über grün und wechseln erst zum gewünschten Zeitpunkt ihre Farbe. Die zwischenzeitlich unterbrochene Reifung kann man nämlich durch warme Luft und die künstliche Zufuhr von Ethylengas sofort wieder ankurbeln.

Das Ethylen, das die Bananen gelb werden lässt, ist ein typisches Pflanzenhormon. Genauso wie Bananen regulieren Äpfel oder Tomaten darüber ihre Entwicklung. Sie erzeugen große Mengen des süßlichen Gases, das von Zelle zu Zelle gelangt. Es löst chemische Prozesse aus, in Folge derer die Früchte Stärke in Zucker umwandeln und reifen.

Viele Obst- und Gemüsesorten beeinflussen sich auch gegenseitig über den Austausch von Ethylen. In der Nähe reifer Tomaten werden grüne Tomaten schneller rot und Bananen eher braun. Und wer nicht riskieren will, dass die im Keller gelagerten Kartoffeln faulen, sollte Äpfel von ihnen fern halten.

Auch ein Apfelbaum kommuniziert mit seinen Früchten über Pflanzenhormone. Das Ethylen signalisiert dem Baum, wann die Äpfel reif sind. Die Blätter beginnen daraufhin mit der Produktion von Abscisinsäure.

„Abscisinsäure ist ein typisches Altershormon“, sagt Hans-Ulrich Helm, Experte für Obstbau an der Fachhochschule Weihenstephan. „Es bewirkt, dass sich eine Trennschicht zwischen Zweig und Stiel ausbildet.“ Die verkorkten Zellen, lassen keine Nährstoffe mehr durch, irgendwann reißt die Sollbruchstelle, und der Apfel fällt zu Boden. Die Kerne in seinem Gehäuse sind jetzt keimfähig.

Der Apfel ist ein Frostkeimer. Seine harten Samen sind resistent gegen Kälte und quellen erst nach einer Frostperiode durch Aufnahme von Feuchtigkeit auf. Gezielt züchten lässt sich der Apfel aus den Kernen nicht. Er fällt ziemlich weit vom Stamm. Sein Erbgut liegt im Kern in verschiedenen Ausführungen vor, auch die Kerne selbst unterscheiden sich genetisch einer vom anderen. Wer eine ganz bestimmte Apfelsorte ernten will, muss diese klonen und Apfeltriebe auf einen fremden Baumstumpf oder eine andere Unterlage pfropfen. Thomas de Padova

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