Allgemeine Relativitätstheorie : Mit Einstein sicher ans Ziel

Lichtgeschwindigkeit mit dem Fahrrad - in einer neuen Ausstellung der Urania wird die allgemeine Relativitätstheorie spür-, greif- und verstehbar.

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Eine Ausstellung in der Berliner Urania widmet sich der Relativitätstheorie und ihren Wurzeln. Foto: Urania Berlin
Eine Ausstellung in der Berliner Urania widmet sich der Relativitätstheorie und ihren Wurzeln.Foto: Urania Berlin

Auf einer schönen Holzkuppel sind Holzknubbel angebracht, auf einem platten Brett ebenfalls. Zwischen den Knubbeln verlaufen rote Strippen – um eine Idee davon zu bekommen, wie sich die Flachbett-Geometrie des Euklid von der Geometrie des gekrümmten Raumes unterscheidet, die in der allgemeinen Relativitätstheorie eine zentrale Rolle spielt.

Kein GPS ohne Einstein

Oder wollten Sie immer schon erfahren, was Einsteins Erkenntnis mit unserem Alltag zu tun hat? Dann führt das Modell „Galileo“ vor, wie GPS funktioniert: oben vier Satelliten, unten die Bodenstation, Autos, ein ICE; zwischen oben und unten hin- und herflirrende Signale. Einsteins Relativitätstheorie zufolge vergeht die Zeit am Erdboden etliche Nanosekunden langsamer als die im Orbit. Diese Differenz zwischen allen GPS-Partnern muss ausgeglichen werden, damit einen das Navi nicht in die Irre führt. Sie können auch einfach das Lichtgeschwindigkeitsrad besteigen und einer Filmprojektion der Tübinger Altstadt entgegenstrampeln, die sich bei diesem flotten Tempo expressionistisch verformt und auseinanderstiebt.

Den Urknall spüren

All das bietet „Einstein inside“, die neue Ausstellung, die ab sofort in der Berliner Urania zu sehen und zu erleben ist - anlässlich der Vorstellung der allgemeinen Relativitätstheorie vor 100 Jahren in der Akademie der Wissenschaften, mit der Einstein die Beziehungen von Materie, Raum und Zeit erklärte. Elemente dieser Wanderschau, die 2009 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Uni Tübingen initiiert wurde, hat nun zum Jubiläumstermin die Aereus Stiftung mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung erweitert. Auf geschwungenen Plakatwänden (Raumzeitkrümmung!) werden Wissensdurstige von der Gruppendynamik des Universums und seiner Objekte unterrichtet: wie Raumzeit durch Masse, wie Bahnen der Materie durch die Raumzeit verändert werden und wie die revolutionäre Theorie auch die Astronomie beflügelte.

Auf einem Rüttelstuhl schließlich kann der Besucher erspüren, welche Schwingungen des Urknalls ihn noch heute, Milliarden Jahre später, erreichen – wenn man nur vieltausendfach sensibler wäre.

„Einstein inside“, bis zum 6. Januar 2016 in der Urania (An der Urania 17, 10787 Berlin). In den kommenden Tagen gibt es zudem viele Vorträge zum Thema, Details unter www.urania.de

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