Auszeichnungen : Leibniz-Preise im Zeichen der Naturforscher

Wichtigster deutscher Wissenschaftspreis vergeben: Kein Berliner unter den Ausgezeichneten.

Fast ausschließlich Natur- und Technikwissenschaftler erhalten in diesem Jahr den Leibniz-Preis, die wichtigste Auszeichnung für Forscher in Deutschland. Neun der elf Preisträger stammen aus diesen Gebieten. Das gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft gestern bekannt. Aus den Geisteswissenschaften kommt nur ein Preisträger. Berliner Forscher gehen bei der Vergabe leer aus. Die Auszeichnung wird seit 1986 jährlich vergeben. Jeder prämierte Forscher erhält in der Regel 2,5 Millionen Euro.

Der einzige ausgezeichnete Geisteswissenschaftler ist der Göttinger Germanist Heinrich Detering. Der 49-Jährige gibt die Thomas-Mann-Werkausgabe mit heraus. Die Jury lobte, Detering habe mit „originellen Fragestellungen grundlegenden und bisher unbeachteten Zusammenhängen nachgespürt“. So hat sich Detering in seinem Werk „Das offene Geheimnis“ damit beschäftigt, wie die Unterdrückung schwuler Neigungen die Kunst des Erzählens beflügelt. Detering hat eine Monographie zu Bob Dylan veröffentlicht und zu Nietzsche und Laotse geforscht.

Als einzige Frau erhält die Meeresforscherin Antje Boetius vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen den Leibniz-Preis. Sie erforscht Mikroorganismen auf dem Meeresboden.

Die Jury zeichnete fast nur Forscher aus, die nicht an den neuen Elite-Universitäten arbeiten. Neben dem Göttinger Detering kommt nur Freiburger Robotik-Forscher Wolfram Burgard von einer Elite-Uni. Mit Frank Kirchhoff und Karl Lenhard Rudolph wurden gleich zwei Mediziner der Uni Ulm ausgezeichnet. Weitere Preisträger sind der Chemiker Holger Braunschweig (Würzburg) sowie der Mathematiker Burkhard Wilking (Münster) und der Physiker Martin Zirnbauer (Köln). Aus den Wirtschaftswissenschaften wurde Armin Falk (Bonn) ausgezeichnet. Einen Preis teilen sich der Werkstoffwissenschaftler Jürgen Eckert (Dresden) und der Materialforscher Jürgen Rödel (Darmstadt). tiw

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