Berliner Unis im CHE-Ranking : Erfolge in der Forschung, Mittelmaß in der Lehre

Gemischte Noten für die Berliner Hochschulen im neuen CHE-Ranking: Die Forschung schneidet oft gut ab, doch die Studierenden bleiben kritisch.

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Gute Lehre. Lob gibt es für die UdK. Hier die Bibliothek von UdK und TU.
Gute Lehre. Lob gibt es für die UdK. Hier die Bibliothek von UdK und TU.Foto: Ulrich Dahl/Technische Universit

Einige Spitzenplätze, viel Mittelfeld, allerdings auch wenige Schlussränge – so lässt sich das Ergebnis der Hochschulen aus Berlin und Brandenburg bei der diesjährigen Ausgabe des Rankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zusammenfassen. Besonders gut schneiden etwa die Architektur-Lehre an der Universität der Künste und Psychologie-Forschung der Freien Universität und der Humboldt-Universität ab. Architektur und Psychologie sind zwei der 17 Fächer, die jetzt neu bewertet wurden. Das Ranking erscheint an diesem Dienstag im „Zeit Studienführer“ (7,95 Euro im Handel; online unter: www.zeit.de/ranking).

Insgesamt will das Ranking eine Übersicht über mehr als 30 Fächer an rund 300 Hochschulen geben. Jedes Fach wird auf zahlreiche Kriterien hin untersucht. So werden Studierende nach der Lehre befragt oder es fließen Daten zur Forschung ein. Das Ranking führt die Hochschulen dabei in je drei Gruppen (Spitze, Mittelfeld, Schlussgruppe) auf.

Immer wieder gibt es Kritik am CHE-Ranking

Trotz der Differenzierung gibt es immer wieder Methodenkritik: Etwa, dass die Ranggruppen nicht trennscharf zu unterscheiden sind. Das CHE hat die Methodik über die Jahre hinweg verfeinert und die Kritik zurückgewiesen. Gleichwohl verweigern Fachbereiche immer wieder die Teilnahme. In diesem Jahr machen zum Beispiel die Anglistik und die Erziehungswissenschaft der HU nicht mit, sodass es hier keine Studierendenurteile gibt. Auch verzichtet das CHE darauf, Urteile aufzuführen, wenn der Rücklauf der Befragung zu gering ist oder die Aussagen nicht eindeutig sind. Das dürfte ein Grund sein, warum teils auch für andere Berliner Unis die Bewertungen der Studierenden fehlen. Hier ausgewählte Resultate:

Architektur

Hier glänzt die UdK. Die Studierenden loben die Vielfalt des Lehrangebots, die Studiensituation insgesamt und den wissenschaftlich-künstlerischen Bezug des Studiums – in diesen Kategorien kommt die UdK wie bei der internationalen Ausrichtung in die Spitzengruppe. Bundesweit schneidet nur die TU München besser ab. Die BTU Cottbus bietet in dem Fach ein gemischtes Bild: Top etwa bei der internationalen Ausrichtung, im Mittelfeld dagegen bei der Studiensituation.

Psychologie

Spitze in der Forschung, eher mäßig in der Lehre: So sieht die Situation in der Region im Fach Psychologie aus. Die Freie Universität, die Humboldt-Universität und die Uni Potsdam werben überdurchschnittlich viele Forschungsmittel ein, an der FU veröffentlichen die Wissenschaftler mehr Publikationen als die Kollegen bundesweit. Eher kritisch sehen die Studierenden das Fach an der FU. Sie fühlen sich durch die Lehrenden schlecht betreut und insgesamt nur mittelmäßig im Studium unterstützt. Keine Uni bekommt bundesweit durchgehend Spitzennoten. Gut schneiden kleinere Unis wie Mannheim, Marburg oder Greifswald ab.

Germanistik

Mittelmaß herrscht in Berlin in der Lehre vor. FU wie HU landen bei Kriterien wie Unterstützung im Studium, Studiensituation und Abschlüsse in angemessener Zeit im Mittelfeld. Spitze ist die FU dafür bei der internationalen Ausrichtung ihres Lehrangebots. Erneut erreicht keine deutsche Uni durchgehend Spitzenwerte. In der Forschung ist die FU bei den Drittmitteln führend, die HU liegt im Mittelfeld.

Anglistik/Amerikanistik

Die FU ist besonders international ausgerichtet. Die Studierenden bewerten die Situation in der Lehre aber insgesamt nur mit mittleren Noten. Die HU bringt Studierende schneller als die meisten Unis zum Abschluss, die FU liegt dabei im Mittelfeld. Bundesweit erreichen Bamberg, Leipzig und Jena viele Spitzenbewertungen. Keine Aussagen trifft das Ranking zur Forschung in der Anglistik. Dafür fehlen laut CHE ausreichend Indikatoren

Erziehungswissenschaft

Auch hier gilt: Die Freie Universität erreicht bei der Studiensituation und beim Lehrangebot mittlere Plätze. In der Forschung sind die FU-Erziehungswissenschaftler dagegen stark bei Drittmitteln (HU: Mittelfeld). Bundesweit schafft keine Uni durchgehend Spitzenränge. Ohnehin fällt auf, dass das Ranking an kaum einer Hochschule Aussagen zur Studiensituation aufführt.

Maschinenbau

Bemerkenswert ist, dass viele Fachhochschulen der Region ihre Studierenden schnell zum Abschluss führen: Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und die Beuth-Hochschule aus Berlin sowie die Technische Hochschule Wildau schaffen es bei diesem Kriterium in die Spitzengruppe. An der HTW fühlen sich die Studierenden dennoch nur mittelmäßig betreut. Auch die TU landet in dem Fach im Mittelfeld.

Bauingenieurwesen

Die TU-Bauingenieure werben überdurchschnittlich viele Drittmittel ein. Die Berliner FHs zeigen Stärken und Schwächen. An der HTW schaffen Studierende wiederum schnell ihren Abschluss, den Kontakt zur Berufspraxis schätzen sie als mittelmäßig ein. Zwiespältig ist die Lage an der Hochschule für Wirtschaft und Recht: Studierende loben den Brückenschlag zu Firmen – kritisieren aber die Studiensituation insgesamt.

Elektrotechnik

Eine Siegerin ist die TH Wildau mit Spitzenplatzierungen bei der Studiensituation, der Ausstattung mit Praktikumslaboren und beim Berufsbezug. Die HTW steht wieder bei den Abschlüssen gut da. Die TU liegt bei den Forschungsgeldern im Mittelfeld, bei den Abschlüssen in der Schlussgruppe. In der Lehre ist bundesweit Karlsruhe führend.

Biologie

Eher schwächere Noten für die FU: Die Studierenden fühlen sich mittelmäßig betreut, Gleiches gilt bei der Vermittlung fachwissenschaftlicher Kompetenzen. Bei der Studiensituation insgesamt stufen sie die FU sogar in der Schlussgruppe ein. Breit gestreut ist das Urteil der angehenden Biologen an der Uni Potsdam: Sie geben Spitzennoten für die Vermittlung fachwissenschaftlicher Kompetenzen – reihen die Uni aber dennoch in die Schlussgruppe bei der Betreuung durch die Lehrenden ein.

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