Chirurgie : Fettsucht-OP bessert Befinden

Die meisten Operierten mit Magen-Bypass fühlen sich nach dem Eingriff deutlich besser. Dennoch haben viele von ihnen Beschwerden, ergab eine Studie.

Hartmut Wewetzer
Was schwer wiegt. Extremes Übergewicht begünstigt Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck.
Was schwer wiegt. Extremes Übergewicht begünstigt Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck.Foto: picture alliance / dpa

Bei stark Übergewichtigen ist eine Operation oft der letzte Ausweg, um sie von ihren Pfunden und möglichen Folgekrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes (Zuckerkrankheit) zu befreien. Aber wie gut verkraften die Patienten den Eingriff? Im Großen und Ganzen erfreulich, lautet das Ergebnis einer Umfrage dänischer Forscher unter Patienten, die aufgrund extremer Fettsucht einen Magen-Bypass bekommen hatten. Bei dieser Operation werden der größte Teil des Magens und der Zwölffingerdarm von der Nahrungspassage ausgeschlossen, was zu einer deutlichen Gewichtsabnahme führt.

Von gut 2200 Operierten antworteten zwei Drittel auf die Umfrage von Sigrid Gribsholt von der Uniklinik Aarhus und ihrer Kollegen im Fachblatt „Jama Surgery“. „Deutlich besser“ fühlten sich 60 Prozent der Patienten, „besser“ knapp 30 Prozent. „Schlechter“ erging es weniger als zehn Prozent der Operierten.

Dennoch berichteten fast 90 Prozent, in den im Mittel knapp fünf Jahren nach der Operation unter Beschwerden gelitten zu haben. Zwei Drittel hatten wegen der Probleme einen Arzt aufgesucht, fast jeder Dritte benötigte sogar eine Krankenhausbehandlung.

Gesucht: Besser verträgliche Verfahren zur Gewichtsabnahme

In einer Vergleichsgruppe von Personen mit starkem Übergewicht, die nicht operiert worden waren, klagten immerhin knapp 80 Prozent ebenfalls über Beschwerden. Allerdings mussten die Operierten vier bis fünf Mal öfter in die Klinik. Die häufigsten Gründe, warum Patienten nach einem Magen-Bypass zum Arzt gingen, waren Bauchschmerzen (34 Prozent), Erschöpfung (34 Prozent), Blutarmut (28 Prozent) und Gallensteine (16 Prozent). Frauen und Jüngere (unter 35 Jahren) hatten häufiger Probleme. Die Entwicklung besser verträglicher Verfahren zur Gewichtsabnahme sollte Vorrang haben, lautet das Fazit der Autoren.

Mit dem Befinden Heranwachsender, die bereits eine Gewichts-Operation hinter sich haben, beschäftigt sich eine weitere Untersuchung. Die Jugendlichen waren im Mittel 17 Jahre, als sie operiert wurden, berichten Thomas Inge vom Children’s Hospital Medical Center in Cincinnati und sein Team im Fachblatt „New England Journal of Medicine“. Drei Jahre später beobachteten die Forscher, dass die Operierten 27 Prozent ihres Gewichts abgenommen und ihre Lebensqualität sich deutlich verbessert hatte. Die Zuckerkrankheit hatte sich – falls vorhanden – zurückgebildet, Ähnliches galt für einen zu hohen Blutdruck und eine gestörte Nierenfunktion.

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