Wissen : Das Gen, das den Menschen sprechen lässt

FOXP2 heißt das Gen, das Sprachwissenschaftler und Genetiker gleichermaßen elektrisiert. Menschen mit einem defekten FOXP2-Gen können nicht richtig sprechen, weshalb der Erbanlage eine Schlüsselrolle bei der Sprach- und Sprechentwicklung zukommt. Und das, obwohl alle Tiere ein FOXP2-Gen besitzen. Offenbar kommt es jedoch auf winzige Unterschiede im Bauplan des Gens an, wie eine im Fachblatt „Nature“ veröffentlichte Untersuchung von Daniel Geschwind von der Universität von Kalifornien in Los Angeles belegt. Geschwind verglich das menschliche mit dem Schimpansen-FOXP2. Das Produkt des menschlichen Gens unterscheidet sich nur in zwei der insgesamt 740 Einheiten von dem des Schimpansen. Aber diese winzigen Änderungen haben offenbar weitgehende Konsequenzen. Das FOXP2-Genprodukt ist ein Transkriptionsfaktor, ein Protein, das eine wichtige Schalterfunktion bei der Steuerung der Gene hat. Einem Dirigenten gleich lenkt es ein ganzes Orchester von Genen, lässt sie spielen oder verstummen. Wie Geschwind herausfand, bestimmt das Schimpansen-FOXP2 die Aktivität von 116 Genen, wenn man es in menschliche Nervenzellen einpflanzte. Laut Geschwind wirkt das menschliche FOXP2 ähnlich, jedoch auf „kultiviertere“ Weise. wez

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