Deutscher Ethikrat : Zweistimmig

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„Mehrheitsentscheidungen zu treffen, ist nicht das Selbstverständnis des Deutschen Ethikrates“, sagt Rolf-Michael Catenhusen, Leiter der Arbeitsgruppe zur PID. „Im Deutschen Ethikrat sollen unterschiedliche ethische Ansätze und ein plurales Meinungsspektrum vertreten sein“, so heißt es denn auch im Gesetz zur Einrichtung des Deutschen Ethikrats aus dem Jahr 2007. Trotzdem gibt es aus dem Parlament angesichts der dortigen Meinungsvielfalt auch kritische Stimmen. Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion und Verfechter eines PID-Verbots, stellt sogar das gesamte Gremium infrage. „Es stellt sich einmal mehr die Frage, wozu es einen Ethikrat braucht. Letzten Endes fasst er die gesellschaftliche Debatte zusammen, nicht weniger, aber auch nicht mehr“, sagte Spahn der „Rheinischen Post“.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel, stellvertretender Sprecher der SPD-Fraktion für Forschung, sagt dagegen: „In ethischen Fragen ein einstimmiges Votum zu erwarten, ist naiv.“

Röspel hält eine bessere Anbindung des Ethikrats an den Bundestag für sinnvoll. „Bisher hat der Ethikrat keine große Beachtung gefunden, weder in der Öffentlichkeit noch in der Politik.“

Auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch findet es „nicht schädlich, wenn der Ethikrat keine gemeinsame Haltung hat. Schließlich muss die Politik am Ende entscheiden.“

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