• Doktorarbeit von Ursula von der Leyen: Verstieß Verteidigungsministerin gegen ethische Grundsätze?

Doktorarbeit von Ursula von der Leyen : Verstieß Verteidigungsministerin gegen ethische Grundsätze?

Neuer Vorwurf gegen Ursula von der Leyen: Verstieß sie bei ihrer Dissertation gegen ethische Grundsätze der medizinischen Forschung?

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.Foto: AFP

Gegen die unter Plagiatsverdacht stehende Doktorarbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gibt es neue Vorwürfe. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet von einem Schreiben eines nicht namentlich genannten Wissenschaftlers, der einen Verstoß Leyens gegen ethische Grundsätze für medizinische Forschung an Menschen kritisiert. Leyen dürfte „gleich in mehrfacher Hinsicht gegen die Deklaration von Helsinki verstoßen und Studienteilnehmer ungefragt gefährdet haben“, heißt es demnach in dem Schreiben. In der seit 1964 mehrfach aktualisierten Deklaration sind Grundsätze zur medizinischen Forschung am Menschen festgehalten.

Beide Vorwürfe werden jetzt von der MHH geprüft

Die Kommission für gute wissenschaftliche Praxis der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) prüft laut dem Bericht den Vorwurf jetzt gemeinsam mit den Plagiatsvorwürfen gegen Leyen. Leyen wurde 1991 mit einer Arbeit über die Folgen eines Entspannungsbades bei einem vorzeitigen Blasensprung von Hochschwangeren promoviert. Platzt die Fruchtblase vor Wehenbeginn, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Infektion des Kindes. Damals gab es deswegen erhebliche Bedenken gegen das Baden bei vorzeitigem Blasensprung.

Leyen untersuchte nun, ob sich Bäder dennoch bei vorzeitigem Blasensprung nutzen lassen, ohne Kind oder Mutter zu gefährden. Eine Rolle bei dem jetzt aufgetauchten Vorwurf dürfte spielen, inwieweit Probandinnen in die Arbeit involviert waren und ob sie über potenzielle Gefahren aufgeklärt wurden.

Leyen hat den Plagiatsvorwurf zurückgewiesen

Heutzutage gibt man Antibiotika bei vorzeitigem Blasensprung, ein Bad ist dann nicht gefährlich. Leyen und die MHH wollten den Vorwurf laut „SZ“ nicht kommentieren. Die Plagiatsvorwürfe hat Leyen zurückgewiesen.

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