Einschläfernder Auftakt : Wissenschaftssjahr beginnt mit Langeweile

Es ist schon ironisch, wenn ein Auftakt so sterbenslangweilig ist wie die offizielle Eröffnung des Wissenschaftsjahres 2011 am Donnerstagabend.

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Biomedizin für alle. Das Wissenschaftsjahr soll die Öffentlichkeit für Forschung interessieren.Foto: Thilo Rückeis Foto: Thilo Rückeis
Biomedizin für alle. Das Wissenschaftsjahr soll die Öffentlichkeit für Forschung interessieren.Foto: Thilo RückeisFoto: Thilo Rückeis

Auftaktveranstaltungen sind eigentlich das Gegenteil von Grabsteinen. Sie sollen einen Anfang voller Hoffnung markieren, nicht ein trauriges Ende. Da ist es schon ironisch, wenn ein Auftakt so sterbenslangweilig ist wie die offizielle Eröffnung des Wissenschaftsjahres 2011 am Donnerstagabend.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hatte in die European School of Management and Technology am Schlossplatz eingeladen. Nach ihrem Willen soll sich dieses Jahr alles um die biomedizinische Forschung drehen. Schließlich hat ihr Ministerium 2011 zum Jahr der Gesundheitsforschung ausgerufen. Das Ziel: „Wir wollen in den kommenden Monaten mit den Bürgerinnen und Bürgern über die großen Leistungen der Gesundheitsforschung sprechen, aber auch über die aktuellen Herausforderungen und Fragen.“ Dafür wird auch in diesem Jahr wieder die MS Wissenschaft als schwimmende Ausstellungshalle unterwegs sein und in 35 Städten vor Anker gehen. Außerdem ist ein Bürgerdialog zum Thema Hightechmedizin geplant und ein Studierendenwettbewerb.

„Wir wollen jüngste Forschungsergebnisse und aktuelle Herausforderungen einem großen Publikum bekannt machen und für wissenschaftliche Themen begeistern“, so lässt sich Schavan in einer Pressemitteilung ihres Ministeriums zitieren. Von Begeisterung war am Eröffnungsabend allerdings wenig zu spüren. Stattdessen gab es eine ministerielle Rede von der Stange: nichts Persönliches, nichts Unterhaltsames, nichts Erhellendes. Im Anschluss sollte eine zusammengewürfelte Diskussionsrunde (zwei Krebsforscher, ein Hirnforscher und eine Ex-Fußballnationalspielerin) das Thema Gesundheit mit Leben füllen. Dem Publikum aus Klinikdirektoren und Institutsleitern, Forschern und Politikern, dürfte dabei als einzig nennenswerte Neuigkeit hängen geblieben sein, dass die Fußballerin Britta Karlsson seit Jahren an Knieschmerzen leidet und inzwischen zum Osteopathen geht.

„Tut Sterben weh?“, lautete die letzte Frage des Abends. Das sei unterschiedlich, erklärte der Hirnforscher John-Dylan Haynes. Und so ist es auch mit Auftaktveranstaltungen: Manche tun mehr weh als andere.

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