Wissen : Einsteins neuer Kopf

Biochemiker Rietschel könnte die Stiftung leiten

von
Foto: picture alliance/ZB
Foto: picture alliance/ZBFoto: picture-alliance/ ZB

Ernst Theodor Rietschel, ehemaliger Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, ist im Gespräch als neuer Vorstandsvorsitzenden der Einstein-Stiftung. Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner hatte kürzlich angekündigt, sich aus dem Leitungsgremium zurückzuziehen und künftig dem Stiftungsrat anzugehören. „Ich bin im Prinzip bereit, den Vorsitz zu übernehmen“, sagte Rietschel dem Tagesspiegel auf Anfrage. Seine Zusage knüpfe er aber an Bedingungen, über die er noch mit Zöllner und anderen Beteiligten verhandele. Zu Details wollte sich Rietschel nicht äußern.

Der 69-jährige Rietschel ist Biochemiker. Er studierte in München und Freiburg, nach Stationen an der University of Minnesota und am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg erhielt er 1980 einen doppelten Ruf an die Medizinische Hochschule Lübeck und an das Forschungszentrum Borstel, wo er Direktor wurde. Von 2005 bis 2010 war er Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, einer Forschungsorganisation mit bundesweit 86 Einrichtungen und einem Jahresetat von 1,3 Milliarden Euro.

Mit Rietschel könnte die Stiftung zur Förderung exzellenter Forschung in Berlin eine Chance zum Neuanfang haben. In der Berliner Wissenschaft wünscht man sich eine starke, unabhängige Position für Zöllners Nachfolge an der Spitze des Vorstands, ist zu hören. Die Stiftung müsse vor allem gegenüber der Wissenschaftsverwaltung autonomer werden. So müssten die Gelder für Projekte der Einstein-Stiftung bislang jeweils von der Verwaltung freigegeben werden, das wirke bremsend. Zudem sollten die Aufgaben der Einstein-Stiftung klar von Landesaufgaben getrennt werden, auf keinen Fall dürfe etwa der Landeszuschuss für die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern über die Stiftung ausgezahlt werden. Die Einstein-Stiftung müsse künftig mit klar umrissenen eigenen Projekten hervortreten, heißt es. Amory Burchard

0 Kommentare

Neuester Kommentar