Epidemie : Zika-Virus ist durch Sex übertragbar

Die Gesundheitsbehörden stehen beim Kampf gegen das Zika-Virus vor neuen Herausforderungen. Ungeschützter Sex ist offenbar auch ein Infektionsweg.

Kampf gegen das Virus. Der Zika-Erreger wird vor allem von Mücken übertragen - dagegen gehen die Behörden jetzt vor. Darüber hinaus bestand der Verdacht, dass das Virus auch beim Sex übertragen wird - das wurde nun bestätigt.
Kampf gegen das Virus. Der Zika-Erreger wird vor allem von Mücken übertragen - dagegen gehen die Behörden jetzt vor. Darüber...Foto: REUTERS

In den USA haben die Behörden erstmals eine Zika-Infektion durch ungeschützten Sex gemeldet. Der Patient (oder die Patientin) habe sich beim Sex mit einem Menschen infiziert, der aus einem vom Virus stark betroffenen Land zurückgekehrt war, meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas (Texas).

„Jetzt wissen wir, dass das Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann“, sagte Zachary Thompson, Direktor der texanischen Gesundheitsbehörde. Das Land oder das Geschlecht der Betroffenen nannte Thompson nicht.

Es gibt bereits einzelne Berichte in der medizinischen Literatur, die zeigen, dass dieser Übertragungsweg möglich ist – auch wenn er für den Verlauf der Epidemie keine Rolle spielt. Im Jahr 2008 kam ein amerikanischer Forscher krank aus dem Senegal nach Colorado zurück. Er hatte Sex mit seiner Frau, kurze Zeit später bekam auch sie Fieber und Ausschlag. Der Forscher testete ihr Blut auf Malaria und Gelbfieber, ohne Ergebnis. Er fror die Blutproben ein. Später kam heraus: Sie hatten sich beide mit dem Zika-Virus infiziert. 2013 wurde außerdem Zika im Sperma eines Tahitianers nachgewiesen.

Die Zahl der geschädigten Babys steigt an

In Brasilien steigt unterdessen die Zahl der bestätigten Schädelfehlbildungen bei Babys. Es ist das bisher am stärksten betroffene Land. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte, stieg die Zahl von 270 auf 404 - in 17 Fällen konnte nachgewiesen werden, dass sich schwangere Frauen zuvor mit dem Zika-Virus infiziert hatten. Zuvor waren es sechs Fälle. Zudem werden derzeit noch 3670 Fälle mit einem Verdacht auf Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) untersucht. (dpa/jas)

Weitere Informationen darüber, was über die Folgen der Infektion bekannt ist - und was nicht, lesen Sie hier.

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