Erdbeben in Chile : Die Stadt Concepción wurde um drei Meter verschoben

Das starke Erbeben in Chile hat die Geografie verändert: Wie Forscher nun berichten, wurden die Städte Südamerikas durch den großen Ruck um bis zu drei Meter verschoben.

Washington/New YorkNach dem Erdstoß der Stärke 8,8 in Chile sind die Städte Südamerikas nicht mehr am selben Platz, wie Forscher von vier amerikanischen und argentinischen Universitäten herausgefunden haben. Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Messungen GPS-Daten, die sie zehn Tage nach dem schweren Erdstoß vom 27. Februar sammelten und mit älteren Daten verglichen.

So wurde die am schwersten getroffene Stadt Concepción um rund drei Meter nach Westen verschoben. Santiago rutschte um 28 Zentimeter nach Westsüdwest, heißt es auf der Webseite EurekAlert.org. Ebenso hätten sich die Städte Valparaiso in Chile und Mendoza in Argentinien "beträchtlich" verschoben.  (Klicken Sie hier für eine Karte, die zeigt, wie weit die Städte Südamerikas durch das Erdbeben in Chile verschoben worden sind.)

Seit 1993 leitet der Geologe Mike Bevis von der Ohio State University das Central and Southern Andes GPS Project (CAP). Im Zuge dessen messen der Forscher und sein Team die Bewegung der Erdkruste sowie die Verformung in den Zentral- und Südanden. Die bisher gesammelten Daten dienten nun als Vergleich für die neusten Messungen.

Nach den Worten von Bevis' Kollegen Ben Brooks, Forscher an der Universität von Hawaii, bietet das Beben – so tragisch es auch sei – eine "einzigartige" Möglichkeit, die seismischen Prozesse zu verstehen. "Das Erdbeben sei vermutlich eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste große Erdbeben, das jemals untersucht worden ist. Wir haben heute moderne und präzise arbeitende Instrumente, mit denen wir das Ereignis genau auswerten können." Durch den Bau neuer GPS-Stationen ließen sich die nachträglichen Verlagerungen auch in Zukunft beobachten. "So können wir neue wichtige Einblicke in die Physik eines Erdbebens bekommen", sagt Brooks.

Das Epizentrum des Bebens lag in einer Region Südamerikas, die zum "Feuergürtel" gehört. Unter dem Pazifischen Feuerring versteht man einen Vulkangürtel mit hoher seismischer Aktivität, der den Pazifischen Ozean umgibt. Überall entlang dieser Linie stoßen tektonische Platten aufeinander. Bei dem Erdstoß, dem ein Tsunami folgte, starben mindestens 452 Menschen. Es entstanden Milliardenschäden.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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