• Gelbfieber in Zentralafrika: WHO: Gelbfieber-Epidemie ist derzeit kein internationaler Gesundheitsnotfall

Gelbfieber in Zentralafrika : WHO: Gelbfieber-Epidemie ist derzeit kein internationaler Gesundheitsnotfall

Da Gelbfieber gleich in zwei global gut vernetzten Hauptstädten übertragen werde, sei die Lage jedoch besorgniserregend. Reisende sollten unbedingt an die Impfung denken.

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Heimtückisch. Aedes aegypti lauert in und um menschliche Behausungen und sticht auch am Tag. Foto: dpa
Heimtückisch. Aedes aegypti lauert in und um menschliche Behausungen und sticht auch am Tag.Foto: dpa

Die größte Gelbfieber-Epidemie seit 30 Jahren ist derzeit kein internationaler Gesundheitsnotfall. Zu diesem Schluss kam das WHO-Notfallkomitee am Donnerstag. Angesichts von etwa 2420 Verdachtsfällen, der hohen Sterblichkeit und explosiven Ausbreitung in Angolas Hauptstadt Luanda sei die Lage aber ernst, sagte Bruce Aylward, der bei der WHO für Notfälle zuständig ist. Sollte es zu weiteren Ausbrüchen in den Metropolen Afrikas oder Asiens kommen, könnten die Impfstoffvorräte dahinschmelzen. Wichtig sei daher, Fälle selbst in ressourcenschwachen Regionen schnell zu erkennen, die Menschen im Umkreis zu impfen und die Überträger – Mücken der Art Aedes aegypti – zu bekämpfen.

Gelbfieber-Symptome gleichen zunächst denen vieler anderer Infektionen: Fieber, Übelkeit, Muskelschmerzen. Nach ein paar Tagen haben es dann sechs von sieben Patienten überstanden. Bei den anderen kommt es zu einer zweiten Phase, die deutlich dramatischer verläuft. Erst dann kommt es zur typischen Gelbfärbung der Haut und Augen sowie inneren Blutungen. Die Organe versagen, etwa die Hälfte der Kranken stirbt. Es gibt kein Medikament, das etwas gegen das Virus ausrichten kann. Der Impfstoff ist dagegen äußerst effektiv. Bereits nach zehn Tagen schützt er 90 Prozent der Geimpften - und zwar ein Leben lang.

Tausende Wanderarbeiter aus China arbeiten in Angola für die Ölindustrie

Um die internationale Ausbreitung zu vermeiden, müssen Touristen, Geschäftsleute und Wanderarbeiter, die nach Angola oder in den Kongo reisen, unbedingt gegen Gelbfieber geimpft sein. Dazu zählen tausende Wanderarbeiter aus China, die in der Ölindustrie Angolas ihr Geld verdienen. Nachdem zunächst elf Kranke dorthin zurückgekehrt waren, gab es seit einem Monat keine weiteren Exporte. „Wir sind optimistisch, dass sich China des Risikos bewusst ist“, sagte Aylward. Bisher haben zudem Kenia und der Kongo kranke Reiserückkehrer gemeldet. In Kinshasa kam es zu weiteren Ansteckungen, eine große Impfkampagne werde in den nächsten Tagen beginnen.

Der WHO-Notfallvorrat werde Ende Mai wieder sieben Millionen Gelbfieber-Impfstoffdosen umfassen, die vier Hersteller arbeiteten an Nachschub. „Wenn die Situation so bleibt, sollte das reichen“, sagte Aylward. Um auf den Fall des Falles vorbereitet zu sein, berät die Expertengruppe „Sage“ nun außerdem darüber, ob man die Dosis verringern kann und was das für den Impfschutz sowie die praktische Umsetzung bedeuten würde.

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