Genetik : Schalter für das Alter

DIE GENE LASSEN WÜRMER ALTERN



Dass Zellen auch unabhängig von äußeren Einflüssen altern, haben US-Forscher jetzt an Fadenwürmern gezeigt. Stuart Kim und seine Kollegen von der Stanford Universität in Kalifornien haben gemessen, wie sich die Aktivitäten der Gene des Fadenwurms Caenorhabditis elegans während seiner zweiwöchigen Lebensdauer verändern.

Dabei identifizierten sie drei Gene, die die Produktion von Proteinen auslösen, die andere Gene ein- oder ausschalten. Mit zunehmendem Alter verstärkte sich die Aktivität zweier Gene, während das dritte abgeschaltet wurde. Als Folge davon veränderten sich die Aktivitäten mehrerer hundert weiterer Gene. Zellschädigende Stressfaktoren wie etwa Strahlung hatten dabei keinen Einfluss auf dem Alterungsprozess der Fadenwürmer, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Cell“ (Band 134, Seite 291).

DIE ALTERSFORSCHUNG IST NOCH JUNG

Genetiker hoffen, mit diesen neuen Erkenntnissen, den Ablauf der genetisch bedingten Zellalterung eines Tages verlangsamen zu können. Doch das ist bisher nur theoretisch möglich. Man weiß nicht einmal, ob bei Menschen ein ähnlicher Mechanismus des Alterns abläuft, wie bei den Fadenwürmern.

DER SCHLÜSSEL ZUR EWIGEN JUGEND

Die Forscher wollen nun nach Erbfaktoren suchen, die manchen Tieren ein besonders langes Leben bescheren. „Offenbar gibt es genetische Regulationsmechanismen, die mit der Zeit vom Normalzustand abweichen und so Alterserscheinungen hervorrufen“, sagt Kim von der Uni Stanford. Bei Schildkröten, die sehr alt werden, findet diese Abweichung vermutlich gar nicht statt.

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