Gesundheit : Rauchen: Aufhören lohnt sich immer

Ein paar Kilo mehr riskiert man, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Doch das belastet Herz und Kreislauf weniger als das Nikotin.

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Besser nicht. Nikotin ist für den Körper schädlicher als die eventuelle Gewichtszunahme nach dem Aufhören.
Besser nicht. Nikotin ist für den Körper schädlicher als die eventuelle Gewichtszunahme nach dem Aufhören.Foto: dpa

Raucher haben eine Ausrede weniger, nicht von den Zigaretten zu lassen. Zwar nehmen etwa 80 Prozent der Menschen im ersten rauchfreien Jahr bis zu fünf Kilogramm zu. Trotzdem ist das Aufhören besser für Herz und Kreislauf als weiter zu rauchen. Das gelte auch für Diabetiker, berichtet ein Team um James Meigs von der Harvard Medical School im Fachblatt „Jama“.

Die Forscher werteten Daten von 3251 Teilnehmern der Framingham-Offspring-Studie aus den Jahren 1984 bis 2011 aus. Um die Auslöser von Herzkrankheiten zu ermitteln, verfolgen Mediziner seit 1948 das Leben von mehr als 5200 Bewohnern der Kleinstadt Framingham in Massachusetts. Sie identifizierten so etliche Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und falsche Ernährung. Seit den 70er Jahren sind die Kinder der ursprünglichen Studienteilnehmer dabei und lassen sich alle vier bis sechs Jahre untersuchen.

1984 rauchten etwa dreißig Prozent von ihnen, 2011 waren es nur noch 13 Prozent. Wer das Rauchen erst kürzlich aufgegeben hatte, nahm in den vier Jahren zwischen den Untersuchungen durchschnittlich 2,7 Kilogramm zu (Diabetiker: 3,6 Kilogramm). Bei Nichtrauchern, Rauchern und Menschen, die länger als vier Jahre mit dem Rauchen aufgehört hatten, waren es etwa ein Kilogramm.

In den 25 Untersuchungsjahren bekamen 631 von 3251 Teilnehmern eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. „Wer mit dem Rauchen aufhörte, reduzierte sein Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 50 Prozent“, sagt Meigs. Ein wenig mehr Gewicht änderte daran nichts. „Unter Diabetikern haben wir das gleiche Muster gesehen.“ Allerdings sei das Ergebnis bei ihnen nicht statistisch signifikant. „Wir sollten jeden Raucher ermutigen, aufzuhören“, kommentieren Michael Fiore und Timothy Baker von der Universität von Wisconsin in Madison die Ergebnisse.

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