Griechenland : Griechische Unis hoffen auf Hilfe

Von der Krise sind auch die griechischen Unis stark betroffen. Zuletzt blieb nicht einmal Geld für Labormaterial. Jetzt verspricht der Wissenschaftsminister neue Investitionen, die aus dem EU-Strukturfonds kommen sollen.

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Studierende in Athen protestieren gegen Kürzungen an den Unis.
Studierende in Athen protestieren gegen Kürzungen an den Unis.Foto: Reuters

Kein Geld mehr für neues Labormaterial, kein Geld für Feldstudien und Kongresse. Und selbst der Zugang zu internationalen Publikationen ist gekappt, weil die Mittel für die entsprechende Datenbank fehlen. Die Krise in Griechenland hat wie berichtet auch die Situation an den Universitäten noch einmal verschärft. Dabei wurden die Zuschüsse für die Hochschulen in den vergangenen Jahren ohnehin schon massiv gekürzt. Doch mit einem neuen Hilfspaket für Griechenland könnten jetzt auch Wissenschaftler auf bessere Bedingungen hoffen. Der griechische Wissenschaftsminister Kostas Fotakis hat jedenfalls gegenüber dem Magazin „Nature“ neue Forschungsprogramme in Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Es wären die ersten Investitionen in die Universitäten seit Jahren.

Projekte an den Unis sollen endlich fortgesetzt werden

Die Mittel dafür sollen aus dem EU-Strukturfonds kommen. Eine Tranche von 59 Millionen Euro soll unter anderem die Finanzierung von Forschungsprojekten ermöglichen, die seit Monaten gestoppt waren. Aus einer weiteren Tranche von 53 Millionen Euro sollen wissenschaftliche Einrichtungen ausstehende Forderungen an internationale Forschungsorganisationen begleichen können.

Dann könnten Wissenschaftler auch wieder auf das Internetportal „Hellenic Academic Libraries Link“ zugreifen, das Zugang zu Journalen von 27 internationalen Verlagen bietet. Mit der Schließung der Banken hatte die Regierung vor mehr als einem Monat die Gebühren für das Portal nicht mehr bezahlen können.

Forscher in Griechenland in Not

Wie sehr die Krise auch die Wissenschaft betrifft, zeigen die Beispiele einiger Forscherinnen und Forscher, über die „Nature“ berichtet. So konnte ein Krebsforscher der Universität Athen, seine Experimente nur noch fortführen, weil britische Kollegen der Universität Manchester für ihn die nötigen Labormaterialien kauften. Er selbst hatte sie aus Geldmangel nicht mehr bestellen können. Eine Biologin, die ein Stipendium der EU von 1,5 Millionen Euro erhalten hatte, konnte nicht über das Geld verfügen, weil der Kapitalfluss aus dem Land gestoppt war. Der Kauf einer neuen Klimaanlage für den Serverraum ihres Labors war daher nicht mehr möglich – was ihre Versuche zwischenzeitlich zum Stillstand brachte.

Die Regierung will nun auch bürokratische Hürden für Wissenschaftler abbauen, kündigte der Wissenschaftsminister an. Sollte es wegen des Konflikts innerhalb der regierenden Syriza-Partei zu Neuwahlen kommen, dürften sich die angekündigten Maßnahmen wohl aber deutlich verzögern.

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