Großer Andrang zum Wintersemester : 100.000 Bewerbungen für Berliner Hochschulen

Der Numerus Clausus hält Studienanwärter nicht davon ab, ihr Glück in Berlin zu versuchen. Allein an der Humboldt-Universität kommen acht Bewerbungen auf einen Bachelor-Studienplatz. Allerdings sind die Zahlen mit dem Vorjahr nur bedingt vergleichbar.

von
Unspektakulär. Der Eingang zur "Rostlaube", dem Hauptgebäude der Freien Universität Berlin. Ihr Name rührt von der Patina aus oxidiertem Eisen. Foto: Imago
Unspektakulär, aber beliebt. Der Eingang zur "Rostlaube", dem Hauptgebäude der Freien Universität.Foto: Imago

An den Berliner Hochschulen sind für das kommende Wintersemester zehntausende Bewerbungen für Numerus-clausus-Fächer eingegangen – die Nachfrage ist damit wieder deutlich höher als das Angebot an Studienplätzen. Allein im Bachelor-Bereich gingen insgesamt rund 100.000 Bewerbungen ein.

Für diese grundständigen Studiengänge erhielt die Humboldt-Universität mehr als 41.000 Bewerbungen, was in etwa acht Bewerbungen auf einen Platz entspricht. An der Freien Universität kommen 28.200 Bewerbungen auf 3528 Studienplätze in NC-Fächern, an der Technischen Universität rund 19.000 Bewerbungen auf 2177 Studienplätze.

Für die Beuth-Hochschule, eine der großen Fachhochschulen der Stadt, interessierten sich im Bachelor rund 10.500 potenzielle Erstsemester. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft hat ihre Bewerbungen noch nicht ausgewertet.

Mit dem Vorjahr sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar. An der TU gab es 7500 Bewerbungen mehr, allerdings durften Studieninteressierte in diesem Jahr bis zu drei Bewerbungen einreichen statt nur eine wie in der Vergangenheit. An der HU waren es 5000 mehr als im Vorjahr, und das sogar ohne die Mehrfachbewerbungsregel. Allerdings lag die HU vor zwei Jahren bereits auf dem aktuellen Niveau. An der FU gingen einige hundert Bewerbungen weniger ein.

Noten sind nicht alles: Studiengänge ohne NC

Dort wie an den beiden anderen Universitäten sind aber erneut Studiengänge vom Numerus clausus befreit worden. Dafür kann man sich ohne vorherige Bewerbung noch jetzt einschreiben – was den Vergleich zusätzlich erschwert. Die TU etwa bietet 17 NC-freie Bachelor-Fächer an, für die sich Interessierte bis zum 15. September anmelden können. An der FU endet die Einschreibefrist für zulassungsfreie Studiengänge am 9. September, an der HU bereits am 31. August.

Wie viele Personen wirklich hinter den Bewerbungen stecken, ist erfahrungsgemäß ohnehin schwer zu ermitteln, da sich Abiturienten oft an vielen Hochschulen parallel bewerben – häufig auch an mehreren Berliner Hochschulen. Die TU immerhin kann sagen, dass sich jetzt fünf Prozent mehr Personen als zum vergangenen Wintersemester beworben haben. Die beliebtesten Fächer waren dort Wirtschaftsingenieurwesen, Architektur und Maschinenbau. An der FU waren – wie in den vergangenen Jahren auch – Betriebswirtschaftslehre (BWL), Psychologie und Jura besonders nachgefragt. An der Beuth-Hochschule interessierten sich sehr viele für den neuen Studiengang BWL/Digitale Wirtschaft, wo für 40 Studienplätze fast 1100 Bewerbungen eingingen.

Für den weiterführenden Master-Bereich blieben die Bewerbungszahlen relativ konstant. Die HU meldet hier 6800 Bewerbungen für 3200 Plätze, die FU 7250 Bewerbungen für 2119 Studienplätze. Allerdings laufen in einigen Fächern die Bewerbungen immer noch, so dass sich die Zahlen verändern könnten. Auch der Lehramtsmaster ist bei beiden Universitäten noch nicht in den Bewerbungszahlen enthalten.

An der TU lagen für die 1297 Plätze in zulassungsbeschränkten Master-Fächern rund 3000 Bewerbungen vor. Die Uni weist darauf hin, dass der Anteil von internationalen Bewerbern für den Master noch einmal gestiegen ist und jetzt bei 30 Prozent liegt – während der Anteil im Bachelor bei knapp fünf Prozent lag.

Autor

4 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben