Wissen : Hagen will Bundesgeld

Neuer Vorstoß des Rektors der Fernuniversität.

Studentenzahl verdoppelt. Rektor Helmut Hoyer überlegt, notfalls den freien Zugang zu Studienplätzen einzuschränken. Foto: dpa
Studentenzahl verdoppelt. Rektor Helmut Hoyer überlegt, notfalls den freien Zugang zu Studienplätzen einzuschränken. Foto: dpaFoto: dpa

Der Rektor der Fernuniversität Hagen, Helmut Hoyer, will die Diskussion über die Beteiligung des Bundes an seiner Einrichtung neu anstoßen. Hoyer wies jetzt darauf hin, dass sich die Studierendenzahl der Fernuni in den vergangenen sieben Jahren auf 88 000 verdoppelt habe. Dazu benötige die Universität mit der höchsten Studentenzahl in Deutschland zusätzliche Mittel, sagte Hoyer der Nachrichtenagentur dpa. Bund und Länder müssten sich über die Finanzierung Nordrhein-Westfalens hinaus an den Kosten beteiligen.

Überlegungen dazu gibt es seit langem, Mitte der 90er Jahre hatte der Staatsrechtler Ulrich Battis (Humboldt-Universität) ein Rechtsgutachten für die Bundesregierung erstellt. Vor drei Jahren wurden dann Überlegungen öffentlich, Hagen zur ersten „Bundesuniversität“ zu machen. Damals hatte es Vorgespräche über einen finanzielle Beteiligung des Bundes zwischen der NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) und der damaligen Bundesministerin Annette Schavan (CDU) gegeben. Battis, der von 1984 bis 1993 Rektor in Hagen war, bestätigte, verfassungsrechtlich sei eine Bundesfinanzierung möglich, zumal alle Akteure dazu bereit seien. Auch der „parlamentarische Beirat Fernuniversität“ im Bundestag sprach sich dafür aus.

Jetzt argumentiert Rektor Hoyer erneut, zwei Drittel der Kosten der Fernuniversität würden „von NRW getragen, obwohl zwei Drittel der Studierenden nicht in Nordrhein-Westfalen wohnen“. Das Land NRW bezahle, die anderen profitierten. Die Fernuni macht Angebote auch über das Bundesgebiet hinaus. Neben Studienzentren in fast allen Bundesländern unterhält sie kleinere Zentren in Österreich, der Schweiz, Ungarn und Russland.

Einen weiteren ungebremsten Zuwachs an Studenten könne die Fernuniversität nur mit zusätzlichen Mitteln verkraften, sagte Hoyer. Ansonsten müsse der freie Zugang zu den Studienfächern eingeschränkt werden. Bislang können sich Interessenten mit Abitur oder Ausbildung plus drei Jahren Berufserfahrung ohne Einschränkung für ein Studienfach eintragen.

Wer an der Fernuni studieren will, muss Gebühren zahlen: Eine Semesterwochenstunde kostet pauschal 12,50 Euro, dazu kommen 50 Euro pro Semester Grundgebühr und 11 Euro für die Studentenvertretung. Vollzeitstudierende kommen durchschnittlich auf 286 Euro. dpa/Tsp

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