• Hauptstadt der studentischen Beschäftigten: Berlin hat Hilfskräfte an Hochschulen gezählt

Hauptstadt der studentischen Beschäftigten : Berlin hat Hilfskräfte an Hochschulen gezählt

Sie sind viele und sie sind im bundesweiten Vergleich relativ gut gestellt: studentische Beschäftigte in Berlin. Jetzt hat der Senat Zahlen veröffentlicht.

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Drei junge Männer bauen einen Versuch auf, zwei junge Frauen sehen ihnen dabei zu.
In der Lehre engagiert. Studierende im Mint grün-Progamm der TU Berlin mit ihren Tutorinnen (Mitte).Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Berlin ist bundesweit das einzige Land mit einem eigenen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Der garantiert ihnen seit 2001 einen Stundenlohn von 10,98 Euro – erhöht wurde er bislang trotz vielfältiger Proteste und Verhandlungen aber nicht. Die Wissenschaftsverwaltung hat sich jetzt für eine „regelmäßige Anpassung“ ausgesprochen. Das geht aus einer Antwort von Staatssekretär Steffen Krach auf eine Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus hervor. Da der Senat aber nicht zu den Verhandlungsparteien gehört, könne man sich nicht zu Details äußern, heißt es.

Unis sparen Millionen durch Streichung des Weihnachtsgeldes

Fest steht, dass die Hochschulen durch die Streichung des Weihnachtsgeldes der studentischen Beschäftigten im Jahr 2004 erhebliche Einsparungen erzielt haben. An der Technischen Universität, die die meisten studentischen Beschäftigten hat, sind es rund 11,8 Millionen Euro, an der Freien Universität rund 4,2 Millionen Euro und an der Humboldt-Universität knapp sieben Millionen Euro.

Die Zahl der studentischen Beschäftigten liegt aktuell bei gut 8000. Die TU beschäftigt 2516, gefolgt von der HU (2020) und der FU (1772). Die Universität der Künste hat 474; an den Fachhochschulen sind es deutlich weniger, hier beschäftigt die Hochschule für Technik und Wirtschaft mit 380 die meisten. An der FU und der HU sind die studentischen Kräfte hauptsächlich in der Forschung, in Drittmittelprojekten, tätig, viele arbeiten aber auch als Tutoren, in den Bibliotheken und in der Verwaltung.

Grüne kritisieren "hohe Zahl" von Kurz-Verträgen

Die Bedenken der Grünen, dass eine wachsende Zahl studentischer Hilfskräfte zunehmend Aufgaben des hauptberuflichen Personals wahrnehme, wird aus der Sicht der Wissenschaftsverwaltung durch die Daten widerlegt. Die seit 2011 aufgeführten Zahlen jedenfalls sind weitgehend konstant.

Bestätigt sehen die Grünen aber ihre Sorgen angesichts der „hohen Anzahl von kurzen und ultrakurzen Vertragslaufzeiten“. Den Angaben der Hochschulen zufolge sind insgesamt 968 Studierende bis zu sechs Monaten beschäftigt, für sechs bis 12 Monate sind 1659 angestellt, für 13 bis 24 Monate sind es 3790 und für 24 Monate und länger 1314.

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