Hochschulen : Bayern rudert bei Studiengebühren zurück - teilweise

Familien mit mehreren Kindern sollen in Bayern nur für ein Kind Studiengebühren zahlen, wenn mehrere Geschwister studieren. Darauf hat sich die neue CSU-FDP-Regierung geeinigt.

Tilmann Warnecke

Die neue CSU/FDP-Regierung hat sich jetzt darauf geeinigt, dass Familien mit mehreren Kindern nur für ein Kind Gebühren zahlen müssen, wenn mehrere Geschwister gleichzeitig an einer bayrischen Hochschule eingeschrieben sind. "Studienbeiträge werden bei gleichzeitig studierenden Kindern nur einmal pro Familie erhoben", heißt es im Koalitionsvertrag. Allen Studenten wird zudem die Verwaltungsgebühr in Höhe von 50 Euro pro Semester erlassen, die sie bisher zusätzlich zu den Studiengebühren zahlen mussten.

Die FDP habe sich mit diesen Forderungen durchgesetzt, hieß es nach den Koalitionsverhandlungen. "Für Familien ist es eine Riesenbelastung, wenn sie mehrere studierende Kinder haben. Das wollen wir lindern", sagte der designierte FDP-Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch dem Tagesspiegel. Sollte das älteste Kind die Uni beenden, während jüngere Geschwister weiter studieren, müsste danach eines der jüngeren Geschwister zahlen.

In Bayern bezahlen Studierenden seit dem Sommer 2007 Studiengebühren. Universitäten können zwischen 300 und 500 Euro pro Semester nehmen, Fachhochschulen zwischen 100 und 500 Euro. In der Regel kassieren die Hochschulen den Höchstsatz. Bayern ist nicht das erste Land, in dem die neuen Studiengebühren bereits wieder verändert. In Hessen schafften SPD, Grüne und Linkspartei nach der Wahl die Studiengebühren postwenden wieder ab. In Hamburg einigten sich CDU und Grüne darauf, dass Studierende Gebühren künftig erst rückwirkend nach ihrem Abschluss zahlen müssen. Der Satz wurde von 500 auf 300 Euro gesenkt. Neben Bayern und Hamburg nehmen derzeit auch Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und das Saarland 500 Euro Studiengebühren.

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