Hochschulen : Humboldt-Uni setzt auf Adlershof

Die Naturwissenschaften sollen künftig besser zur Geltung kommen. „Brückenprofessuren“ sollen dabei helfen.

Der Campus Adlershof soll in den kommenden Jahren Schwerpunkt für die Entwicklung der Humboldt-Universität werden. Das gab Michael Linscheid, amtierender Vizepräsident für Forschung, am Dienstag vor dem Wahlgremium der Hochschule, dem Konzil, bekannt. In der Außenwahrnehmung der HU dominiere der Eindruck, vor allem die Geisteswissenschaften seien erfolgreich. Um die Naturwissenschaften besser zur Geltung zu bringen, will die HU in Zukunft verstärkt auf „Brückenprofessuren“ setzen, die zwischen Disziplinen eingerichtet werden.

Als „Berliner Universität“ müsse die HU aber auch beratend in die Gesellschaft wirken, etwa mit ihren Regionalwissenschaften, der Bildungsforschung und den Kulturwissenschaften. Der 59-jährige Chemiker präsentierte sein Konzept aus Anlass der Vizepräsidentenwahlen in der kommenden Woche. Linscheid wurde von der Findungskommission des HU-Kuratoriums als einziger Kandidat aufgestellt, er sei auch der einzige Bewerber gewesen, sagte der Vorsitzende des Konzils, der Theologe Richard Schröder.

Linscheid will sich ferner für kürzere und transparentere Entscheidungswege im Präsidium einsetzen. Auch sollen mehr Juniorprofessoren der HU nach Ablaufen ihrer Stellen auf eine entfristete Professur berufen werden. Neben den üblichen dreijährigen Bachelorstudiengängen soll es bald mehr vierjährige geben, die zu Promotionsprogrammen führen.

Einziger Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten für Studium und Internationales ist der 65-jährige Agrarwissenschaftler Uwe Jens Nagel, der sich unter drei Bewerbern bei der Findungskommission durchsetzte. Nagel stellte sich im Konzil voll hinter die neuen Bachelorstudiengänge: „Ich trauere dem alten System überhaupt nicht nach“, sagte er. Früher habe das Prinzip „survival of the fittest“ gegolten, die Unis hätten die hohen Abbrecherquoten einfach ignoriert. Fehler, die bei der Studienreform passiert seien, ließen sich korrigieren. So sollten die neuen Studiengänge an der HU im Geist der Bologna-Reform gestaltet werden: Sie sollten nicht länger mit Inhalten vollgestopft werden, damit den Studierenden Raum für Eigenverantwortlichkeit und Kreativität bleibe. akü

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