Hochschulen : Rektoren legen Streit um Bologna bei

09.10.2012 00:00 Uhrvon

Die Fachhochschulen fühlten sich vom neuen Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, nicht ausreichend gewürdigt. Dann kritisierte Hippler auch noch den Bachelor, erneut sahen sich die FHs düpiert. Doch jetzt scheint es eine Einigung zu geben.

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, hat im Streit um die Bolognareform eingelenkt. Nach einer Beschlussvorlage, die am 15. Oktober im HRK-Senat abgestimmt wird, bekennen sich die Rektoren auch unter Hippler zu Bachelor und Master. Die zweistufige Struktur sei besser als die alte mit nur einem Abschluss, heißt es in dem Papier.

Zum zehnjährigen Inkrafttreten der Reform im August hatte Hippler sie infrage gestellt. Die Idee, Studierende schneller durchs Studium und in den Beruf zu bringen, sei verfehlt. Damit der Bachelor auch Persönlichkeiten heranbildet, brauche es mehr als sechs Semester. Dadurch brachte Hippler insbesondere die Fachhochschulen gegen sich auf, die ohnehin Vorbehalte gegen den als elitär geltenden langjährigen Unipräsidenten haben.

Hippler verlasse die bolognafreundliche HRK-Linie, dazu habe er kein Mandat.

Ende September noch hatten die Fachhochschulen in NRW Hippler in einem Offenen Brief scharf kritisiert. Mit seiner „Pauschalkritik“ schade er „dem Ansehen der deutschen Hochschulen und ihrer Absolventen im In- und Ausland“. In Hochschulkreisen wurde spekuliert, die HRK könnte an Hippler zerbrechen.

In der vergangenen Woche nun hat sich das HRK-Präsidium, in dem auch die FHs vertreten sind, auf eine gemeinsame Position zu Bologna geeinigt. Neben dem Reform-Bekenntnis gibt es auch Verbesserungsvorschläge, die Hipplers Handschrift tragen. So sollten allgemeinbildende Inhalte in die Studieneingangsphase aufgenommen werden. Daraus ergibt sich die Forderung nach einem Orientierungssemester. „Starre Regelstudienzeiten“ im Bachelor seien falsch, es solle möglich sein, „in unterschiedlichen Geschwindigkeiten“ zu studieren. Aufrechterhalten wird eine altbekannte HRK-Position: Jeder, der ein Masterstudium aufnehmen möchte, sollte dies tun können.

Auch mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die die Bolognareform im August „eine europäische Erfolgsgeschichte“ nannte, will Hippler dem Vernehmen nach den Streit beilegen. Darum solle es am heutigen Dienstag bei einem Treffen mit der HRK-Spitze gehen.

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